„Grenzburg“ Güstrow : Mittelalter pur am Inselsee

Waghalsige Feuershow mit dem Rostocker Arne Feuerschlund. Das Publikum auf der Festwiese hinter der „Grenzburg“ war vom 2. Mittelalterlichen Ostermarkt begeistert. Fotos: Jens Griesbach
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Waghalsige Feuershow mit dem Rostocker Arne Feuerschlund. Das Publikum auf der Festwiese hinter der „Grenzburg“ war vom 2. Mittelalterlichen Ostermarkt begeistert. Fotos: Jens Griesbach

Zweiter Mittelalterlicher Ostermarkt an Güstrower „Grenzburg“ lockt tausende Schaulustige an / Neuauflage noch dieses Jahr

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07. April 2015, 04:00 Uhr

Klirrende Schwerter, aufeinander prallende Schilde, kreischende Falken und waghalsige Feuerspucker – im Burghotel am Inselsee „Zur Grenzburg“ in Güstrow lebte am Osterwochenende das Mittelalter wieder auf. Oder jedenfalls das, was sich die meisten Menschen heute unter dem Mittelalter vorstellen. Seit einigen Jahren erleben diese Mittelalter-Spektakel nicht nur im Nordosten einen regelrechten Boom. Das erkannte auch Mittelalter-Fan Torsten Hill, Inhaber der „Grenzburg“, und rief im vergangenen Jahr seinen „Mittelalterlichen Ostermarkt“ ins Leben. Mit Erfolg: Bei der zweiten Auflage strömten jetzt mehr als 5300 Gäste an vier Tagen auf seine Festwiese am Inselsee, probierten sich im Axtwerfen und Bogenschießen, blickten Gerbern, Schmieden und Webern über die Schulter oder tanzten zu den Klängen der Sackpfeife.


Sich beim Met-Trinken näher kommen


Der 44-jährige Hill ist begeistert von der Resonanz. „Das Wetter hat am Osterwochenende einfach mitgespielt und sich schon vorher ausgetobt. Beim Aufbau hatte der Sturm noch einen Baum entwurzelt und es war sehr matschig“, erzählt er. Schausteller aus ganz Deutschland hatte er wieder engagiert, die das Publikum unterhielten und animierten. „Das Mittelalter fasziniert die Menschen. Auf solchen Festen geht es ganz ungezwungen zu, man kommt sich beim Met-Trinken näher und es wird sich geduzt. Hier sind die Normen der Gesellschaft kurzzeitig außer Kraft gesetzt“, erklärt er die Beliebtheit dieser Mittelalter-Veranstaltungen.

So sieht es auch Paul Pingel aus Krakow am See. Der 19-Jährige zieht mit seiner Band „Kraca Musica“ und als Spielmann auch solo mit Sackpfeife über die Mittelaltermärkte im Land. In der „Grenzburg“ sorgten er und seine Kumpanen mit ihrem mittelalterlichen Rock für die richtige Musik. „Diese Musik hat mich schon immer fasziniert. Zudem lebe ich dieses Mittelalter-Gefühl und kleide mich auch in meiner Freizeit entsprechend“, sagt Paul Pingel.

Nach dem Erfolg am Osterwochenende plant Torsten Hill bereits das nächste Spektakel. Schon dieses Jahr, vom 30. Oktober bis 1. November, soll der nächste Mittelaltermarkt in der „Grenzburg“ stattfinden. „Wir wollen zu Halloween etwas Mystisches präsentieren. Die Hälfte der Schausteller hat bereits wieder zugesagt“, so Hill. Und auch der 3. Mittelalterliche Ostermarkt im nächsten Jahr ist schon wieder in Vorbereitung. „Dieser Markt etabliert sich immer mehr. Wir wollen mit diesem Fest einen Anziehungspunkt für die ,Grenzburg’ und für Güstrow schaffen“, sagt er. Das Freigelände hinter dem Hotel und der Gaststätte sei bestens für Großveranstaltungen geeignet. Wichtig ist Hill dabei auch, mit einheimischen Partnern zusammenzuarbeiten. „Es lohnt sich, etwas in Güstrow auf die Beine zustellen. Das beweist nicht nur der Mittelalterliche Ostermarkt, sondern z.B. auch Wallensteins Hoffest. Je mehr in Güstrow los ist, umso mehr Gäste werden angelockt. Bisher spielt sich viel an der Küste oder an der Müritz ab. Aber Güstrow hat auch viel zu bieten“, ist er überzeugt.  

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