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Hilfe für Weissrussland : Mitstreiter für Pinsk gesucht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zum 20. Mal fahren Ehrenamtler aus der Region in diesem Jahr nach Weißrussland, um Spenden und Hilfsgüter zu übergeben.

von
erstellt am 06.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich Udo-Michael Dinnebier und seine Mitstreiter um Menschen im weißrussischen Pinsk. „Nach der Tschernobyl-Katastrophe bekam der Landkreis Güstrow Fördermittel für die Hilfe im Brest-Gebiet“, erzählt Udo-Michael Dinnebier und fügt hinzu: „Unser Anlaufpunkt war das weißrussische Rote Kreuz. Wir unterstützten ein Invalidenheim, finanzierten die Krankenschwestern vor Ort und holten sie für die Ausbildung nach Deutschland.“

Jedes Jahr kamen auch 50 Kinder nach Güstrow, um hier Ferien zu machen. „Meine Kinder waren damals etwa im selben Alter und wir nahmen auch zwei der Kinder auf“, sagt der heute 57-Jährige. Irgendwann sei die EU-Förderung ausgelaufen und Dinnebier entschied sich gemeinsam mit Freunden privat weiterzumachen. „Das zu realisieren war gar nicht so leicht“, sagt der ehrenamtliche Helfer. Dank der Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes konnte es weiter gehen. „DRK und Landkreis finanzieren unser Fahrzeug und die Benzinkosten“, sagt Dinnebier.

Mit dem DRK im Rücken sei es überhaupt erst möglich nach Weißrussland zu gelangen. Besonders an der Grenzen habe der Trupp schon einiges erlebt. 50 Kilogramm Gepäck seien pro Person erlaubt – 2015 waren es mehr. „Um nicht unverrichteter Dinge nach Deutschland zurückfahren zu müssen, haben wir uns auf polnischer Seite einen Priester gesucht, um unsere Spenden – zumeist Windeln und Inkontinenzmaterial – unterzustellen“, erzählt Dinnebier weiter.

Die fünf bis zehn ehrenamtlichen Helfer unterstützen besonders behinderte Menschen in und um Pinsk. „Behinderte fallen dort häufig durchs Raster und auch das Geld ist knapp“, sagt Dinnebier. Darunter die heute 14-jährige Julia, die im Alter von sechs Jahren eine verunreinigte Spritze erhielt, erkrankte und nun schwer behindert ist. Die Helfer organisierten dem Mädchen einen Rollstuhl und unterstützen die Familie regelmäßig mit Spenden – nur eine von vielen Begünstigten des Freundeskreises Pinsk.

Auch in der örtlichen Sozialstation und dem Kinderheim sind die deutschen Helfer gern gesehene Gäste. „Die Menschen sind unglaublich gastfreundlich, bitten zu Tisch und die Kinder führen etwas auf“, erzählt Udo-Michael Dinnebier. Für die nunmehr 20. Tour in diesem Jahr ist ein großes Fest für behinderte Kinder in Pinsk geplant.

Damit es nicht ausfallen muss, suchen die Ehrenamtler nun dringend noch Mitstreiter. „Viele sind in diesem Jahr verhindert und so sind wir im Moment nur drei die fahren können“, erklärt Dinnebier. Interessenten sollten sich zutrauen, zeitweise den Transporter zu fahren, denn eine Fahrt dauere rund 24 Stunden. „Wichtig ist außerdem ein aktueller Reisepass und ein extra Foto für das Visum“, fügt Dinnebier hinzu. Los geht die einwöchige Fahrt nach Pinsk am Freitag, 6. Juni. „Wer mitkommen möchte sollte zudem Kosten in Höhe von 300 bis 500 Euro für Übernachtung, Verpflegung und Gastgeschenke einplanen“, gibt Udo-Michael Dinnebier noch einen Hinweis und hofft auf viele neue Helfer.

Kontakt: Udo-Michael Dinnebier, E-Mail: u.n.d@gmx.de und Telefon 038464 20241

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