Erstmals Warnstreik in Awo-Kita Teterow : Mit Trillerpfeifen für höhere Löhne

<fettakgl>Aufgerufen von der Gewerkschaft</fettakgl> ging das Kita-Team der Awo in Teterow gestern Morgen auf die Straße. <foto>page</foto>
1 von 1
Aufgerufen von der Gewerkschaft ging das Kita-Team der Awo in Teterow gestern Morgen auf die Straße. page

De Erzieherinnen der Awo-Kita in Teterow streikten gestern mit Trillerpfeifen und Fahnen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Ziel war es, die Geschäftsführung an den Verhandlungstisch zu kriegen.

svz.de von
22. Januar 2013, 05:03 Uhr

Güstrow/Teterow | "Wir haben viele Eltern, die hinter uns stehen. Das bestärkt uns." Selbst standen sie gestern morgen vor der Tür, die Erzieherinnen der Awo-Kita in Teterow. Mit Trillerpfeifen und Gewerkschaftsfahnen streikten sie drei Stunden für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Ziel war es, die Geschäftsführung der Awo-Soziale Dienste gGmbH Güstrow an den Verhandlungstisch zu kriegen. Zu der Güstrower GmbH gehören die beiden Kindertagesstätten "Kinderland" in Güstrow und "Am Schulkamp" in Teterow. "Wir haben bereits mehrfach schriftlich angefragt, aber es kam keine Bereitschaft, überhaupt zu einem ersten Gespräch zusammenzukommen. Da musste wir jetzt auch mal Konsequenzen ziehen", begründet Daniel Taprogge, Tarifreferent der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Mecklenburg-Vorpommern, den Warnstreik in der Awo-Kita.

Gleiches Geld wie in kommunalen Einrichtungen

Aus ihrem größten Problem machen die Erzieherinnen keinen Hehl: "Wir sind eine Durchlaufstation. Seit Jahren sind immer wieder Planstellen nicht besetzt, weil die Leute gleich wieder abspringen, wenn sie eine Stelle finden, wo sie mehr Geld verdienen. Und die Stammbesetzung kriecht auf dem Zahnfleisch." Und Daniel Taprogge von der GEW, die zu dem Warnstreik an der Awo-Kita Teterow aufgerufen hatte, ergänzt: "Die Erzieherinnen in den Awo-Kitas leisten die gleiche gute Arbeit wie beispielsweise in kommunalen Einrichtungen - erhalten aber wesentlich weniger Gehalt. Diesen Zustand wollen die Beschäftigten ändern." Er bemängelt zudem "unklare Regelungen für Urlaub, Vor- und Nachbereitungszeiten sowie unbezahlte Mehrarbeit".

Diese von der GEW erhobenen Vorwürfe gegen die AWO-Soziale Dienste weist die Güstrower Prokuristin Inken Balla zurück. "Klar ist, dass wir uns als Wohlfahrtsverband nicht mit dem Tarif des Öffentlichen Dienstes messen können. Wir haben aber gerade solche Bereiche wie Urlaubstage, Einarbeitungsregelungen, Mehrstundenabgeltungen und auch die regelmäßige Überprüfung der Gehaltsstruktur in unserem Qualitätsmanagement geregelt", hält sie dagegen.

Peter Schmidt, Geschäftsführer der Awo-Soziale Dienste, gesteht den Erzieherinnen zwar das Recht zu, für ihre Anliegen zu streiken, weist aber die "Art und Weise, wie die Gewerkschaft hier auftritt" vehement zurück. "Die Aussagen der GEW entsprechen nicht den Tatsachen." Sowohl was die Löhne der Erzieherinnen als auch die weiteren Behauptungen der Gewerkschaft angehen würde. "Wir liegen bei den Entgelten für unsere Erzieherinnen landesweit im Mittelfeld", sagt Schmidt. Der Vergleich mit kommunalen Einrichtungen hinke seiner Meinung nach. "Kommunale Kitas wie in Güstrow werden mit Steuergeldern subventioniert. Wir können nicht auf solche Gelder zurückgreifen." Unbezahlte Mehrarbeit würde es zudem in den Awo-Kitas nicht geben. "Bei uns muss keiner umsonst arbeiten. Überstunden werden bezahlt oder durch Freizeit abgegolten", sagt Peter Schmidt. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, schon gar nicht mit einem Warnstreik", kommentiert der Geschäftsführer die Frage nach Gesprächsbereitschaft über tarifliche Regelungen. "Über eventuelle Verhandlungen entscheiden unsere Gremien."

Die Güstrower Awo-Kita beteiligte sich unterdessen nicht an dem Warnstreik. Die GEW habe zu dem Streik speziell an der Teterower Kita aufgerufen, hieß es gestern von Seiten der Kita "Kinderland" in Güstrow.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen