Internationaler Bund : Mit Struktur und Spaß zum Ziel

Das Team der Tagesgruppe: Kristin Davidavicius-Latki, Mandy Baumann, Bastian Vogel und Katja Czech (v.l.).
Das Team der Tagesgruppe: Kristin Davidavicius-Latki, Mandy Baumann, Bastian Vogel und Katja Czech (v.l.).

Mit der Tagesgruppe Güstrow des IB Nord Mittleres Mecklenburg sollen Kinder und ihre Familien gezielt unterstützt werden.

svz.de von
02. September 2015, 06:24 Uhr

Die Tagesgruppe des Internationalen Bundes (IB) unterstützt Familien in Güstrow und Umgebung und fördert die Kinder vor allem im Bereich sozialer Kompetenzen. Zum Konzept gehört aber auch eine intensive Elternarbeit, sowie die Unterstützung in der Schulentwicklung und bei Freizeitbeschäftigungen. Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren können von den Mitarbeitern betreut und begleitet werden.

In der Realität hänge das aber von der Entwicklung des jeweiligen Kindes ab, sagt Mandy Baumann, Sachgebietsleiterin des IB für den stationären und teilstationären Bereich der Hilfen für Erziehung. Seit 2013 befindet sich die Tagesgruppe am Werkweg in Güstrow, besteht insgesamt aber seit mehr als zehn Jahren. „Die Tagesgruppe ist ein zusätzliches Angebot, um zum einen den Verbleib von Kindern in der Familie zu sichern und zum anderen Familien bei der Alltagsbewältigung zu unterstützen“, erklärt die 31-Jährige und fügt hinzu: „Häufig sind die Kinder in ihrem Verhalten auffällig und dadurch sozial benachteiligt“. Dies mache die Betreuung in Hort, Schule und bei Freizeitangeboten teilweise schwierig oder unmöglich. Denn die offenen Strukturen wären nicht geeignet, die Auffälligkeiten der Kinder abzufangen. Es habe auch schon Kinder in der Gruppe gegeben, die einen verkürzten Schulunterricht hatten, wenn der Stress besonders hoch war, berichtet die Sachgebietsleiterin.

Zurzeit werden sieben Kinder wochentags vom Schulschluss bis 17 Uhr betreut. In der Regel bleiben sie eineinhalb Jahre in der Einrichtung. Sinnvoll sei eine Betreuungszeit, zwischen einem und drei Jahren, in dieser Zeit zeige sich, ob sich das Familiensystem stabilisieren kann oder nicht. „Die wichtigsten Pfeiler der Arbeit sind eine feste Struktur und die freizeitpolitische Bildung“, sagt Mandy Baumann.


Abschied gehört auch dazu


Das spiegelt sich auch im Programm der Einrichtung wieder. Den Alltag in der Tagesgruppe gestalten zwei Heilerzieherinnen und ein Freiwilligendienst-Leistender. Je nach Wochentag stehen dann unterschiedliche Aktivitäten an, zum Beispiel Kochen, Entspannung, Kreatives, Putzen oder Sport und Spiel. Mandy Baumann schätzt das langjährige Konzept der Tagesgruppe erfolgreich ein, es müsse aber immer an das jeweilige Kind und die Familie angepasst werden. Auch Heilerziehungspflegerin Katja Czech sieht positive Entwicklungen: „Ein Kind, das uns jetzt verlässt, hat sich toll entwickelt. Da ist man stolz auf die Arbeit von allen Helfern“.

In den Ferien wird das Programm in der Tagesgruppe regelmäßig etwas aufgelockert, dann werden die Kinder von neun bis 15 Uhr betreut, es werden auch Ausflüge unternommen oder besondere Projekte angegangen. In den letzten Wochen besuchte die Gruppe beispielsweise Karls Erlebnis-Dorf, baute Flugzeuge und Boote und ließ diese auf der Nebel fahren. Ein größeres Ereignis war die alljährliche Ferienfahrt des IB. Etwa 50 Kinder und acht Betreuer sämtlicher Wohngruppen von insgesamt zwölf Maßnahmen waren mit von der Partie. Doch durch die jahrelange Erfahrung von Grit Papenhagen, die auch für die Tagesgruppe verantwortlich ist, ging die Organisation der Fahrt relativ schnell, erzählt die Sachgebietsleiterin.

Im Ferienpark Mirow Granzow erlebten auch die Kinder der Tagesgruppe in einer Woche allerhand, fuhren beispielsweise in die Westernstadt Eldorado oder zum Reiten. Bastian Vogel, der sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Einrichtung leistete, ist vom Erlebten angetan: „Die Fahrt war sehr gelungen, weil man die Kinder auch mal von einer anderen Seite kennen gelernt hat. So haben sich zum Beispiel auch neue Spielpartner gefunden.“ Nach den Ferien heißt es jetzt erst einmal gut in das neue Schuljahr zu starten. Neue Stundenpläne, ein neues Kind in der Gruppe und eine neue Freiwillige bringen fürs Erste genug Veränderungen mit sich.

Schwer fällt dem Team der Abschied von Bastian Vogel, dessen Freiwilliges Soziales Jahr jetzt endet. „Basti hat tolle Arbeit geleistet, war sehr engagiert und achtsam und wird mal ein großartiger Erzieher“, blickt Mandy Baumann zurück. Jetzt muss in der Tagesgruppe Stabilität in die neuen Umstände gebracht werden, dann können auch wieder Projekte beginnen.

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