Nording Bulls Lalendorf : Mit sanftem Druck zur Vereinsgründung

Die Nording Bulls bereiteten sich am Wochenende in der Sporthalle Vogelsang auf die nächsten Spiele vor: Zum Team gehören Jan Elbracht, Daniel Brösel, Günter Bischof, Alf Möser, Nick Klingenberg, Christopher Beß und Steffen Prochner (v.l.). Fotos: Christian Menzel
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Die Nording Bulls bereiteten sich am Wochenende in der Sporthalle Vogelsang auf die nächsten Spiele vor: Zum Team gehören Jan Elbracht, Daniel Brösel, Günter Bischof, Alf Möser, Nick Klingenberg, Christopher Beß und Steffen Prochner (v.l.). Fotos: Christian Menzel

Förderverein der Nording Bulls sichert sportliche Erfolge abseits des Spielfeldes. Schnellere Rollstühle und ein neuer Transporter stehen aktuell auf der Wunschliste.

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14. September 2015, 06:07 Uhr

Allmählich nimmt das Team Elektro-Rollstuhlhockey „Nording Bulls“ Fahrt auf. Am kommenden Wochenende geht es nach Berlin zur vierten Runde im Nordcup. Wieder eine Woche später werden die Nording Bulls in Plau am See ihr erstes Punktspiel in der neuen Saison der 1. Bundesliga bestreiten. An diesem Wochenende stand das Training der Mannschaft in der Sporthalle Vogelsang daher ganz im Zeichen dieser beiden Höhepunkte.

Immer bei den monatlichen Übungswochenenden und den Spielen dabei sind Mitglieder des Fördervereins. „Ohne diese Unterstützung würden wir keinen Sport auf so hohem Niveau betreiben können“, sagt Günter Möser, Kassenwart im Vereinsvorstand. Dabei hat sich der Förderverein erst 2003 gegründet, da gab es die Nording Bulls bereits neun Jahre. „Als sich die Mannschaft 1992 zusammenfand, hatte sie bald einen Unterstützer aus Dortmund, der dem Team in jedem Jahr 5000 DM zur Verfügung stellte“, erinnert sich Möser.

Aber in einem Jahr machte er sein finanzielles Engagement von der Gründung eines Fördervereins abhängig. „Er sagte, damit könnten wir mehr Mittel einwerben und uns selbstständiger machen“, erzählt Möser. Der mit sanftem Druck erteilte Rat sollte sich als richtig erweisen. Ohne die ideelle und materielle Hilfe des Vereins wäre sicher auch das Abenteuer 1. Bundesliga ein Wunschtraum geblieben.

In der Saison 2010/11 hatte sich die Mannschaft aus der höchsten Spielklasse zurückgezogen, obwohl man das Spieljahr gerade mit einem hervorragenden vierten Platz abgeschlossen hatte. „Wir brauchten damals unbedingt neue Rollstühle. Mit unseren waren wir nicht mehr konkurrenzfähig und hätten uns die weiten Reisen zu Punktspielen nach München, Ludwigshafen oder Dreieich sparen können“, erzählt Stürmer Jan Elbracht.

Der Verein schrieb einen Antrag und die Ospa-Stiftung stellte das Geld für neue Rollstühle zur Verfügung. Jahr für Jahr spielte sich das Team klassenmäßig nach oben und belegte 2014/15 wieder einen viel beachteten vierten Platz in der 1. Bundesliga. Aber nun kündigt sich wieder eine Veränderung an. „In der 2. und 3. Liga beträgt die Höchstgeschwindigkeit der Rollstühle zehn Kilometer pro Stunde, in der 1. Bundesliga 13 und international wird sogar mit 15 Stundenkilometer schnellen Rollstühlen gespielt“, sagt Teammitglied Alf Möser. Mit Hilfe des Fördervereins wurde für Nationalspieler Silvio Grubert bereits ein so schnelles Gefährt zur Verfügung gestellt.

Ein anderes Ziel besteht darin, für die Fahrten zu Training und Wettkämpfen einen behindertengerechten Transporter anzuschaffen. Dafür hat der Verein bereits Gespräche mit Jan Werner, dem Vorsitzenden der Kommunalen Sportgemeinschaft (KSG) Lalendorf/Wattmannshagen, zu der die Nording Bulls gehören, aufgenommen. „Ein solches Fahrzeug kann auch in anderen Abteilungen der KSG eingesetzt werden“, überlegt Werner.

Vorstandsmitglied Roswitha Otte ergänzt, dass sich der Verein auch bei dem – alle zwei Jahre von den Nording Bulls ausgerichteten – Euro-Cup-Wettbewerb engagiere. 2017 steht die zehnte Auflage dieses mit internationaler Beteiligung durchgeführten Turniers an. Besucher sind dann auch immer die Güstrower Biker der Grey Bulls. „Mit ihnen pflegen wir ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis“, bestätigt Otte, die weitere Aktivitäten aufzählt. „Wir sitzen gern nach den Spielen in gemütlicher Runde zusammen, grillen und planen die nächsten Vorhaben“, sagt sie.

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