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Güstrower Anzeiger

24. Oktober 2017 | 06:13 Uhr

Güstrow : Mit Roboter auf der Milchstraße

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mehr als 60 Schüler wetteiferten bei der 9. Informatik-Landesolympiade in Güstrow.

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Atemlose Stille herrscht im gut besetzten Schulungssaal des Bilse-Instituts. Gespannt verfolgt Leander Sievert von der ecolea Güstrow, welchen Weg der von ihm und dem Rostocker Philipp Friesecke programmierte Lego-Mindstorm-Roboter nimmt. Erfüllt er die Aufgaben und vor allem: findet er den unmarkierten Weg entlang einer Reihe aus leeren Milchkartons, die eine Lärmschutzwand symbolisieren sollen.

Insgesamt 62 Schülerinnen und Schüler aus 16 Schulen in MV waren nach Güstrow gekommen, um an der 9. Informatik-Olympiade teilzunehmen. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte es in der Sekundarstufe I mit dem Roboter zu tun. Und auch auf die Elft- und Zwölftklässler warteten anspruchsvolle Aufgaben aus der Netzwerktechnologie und der Programmiersprache Python. Der Olympiade vorausgegangen waren drei Camps, in denen die jungen Informatiker auf den Wettbewerb vorbereitet wurden.

„Als wir 2009 die erste IT-Olympiade ins Leben gerufen haben, sind wir vor allem einer Forderung aus der Wirtschaft nachgekommen. Von Anfang an geholfen haben uns dabei die Universität Rostock und die Hochschule Wismar“, erinnert Bilse-Geschäftsführer Rainer Schätz. Das Engagement der Bildungseinrichtungen hat sich gelohnt. „Wir konnten in den Vorbereitungscamps und während der Olympiade einige Schüler für ein Informatikstudium gewinnen“, resümiert Professor Martin Krohn aus Wismar, der von Anfang an die Sekundarstufe I betreute.

Auch die Lehrkräfte lernten in den neun Jahren dazu. „Wir hatten den Fall, dass am Vormittag, als die Schüler die Roboter programmierten und testeten, die Sonne schien. Am Nachmittag hingegen, als die Präsentation startete, war der Himmel bedeckt. Wir hatten ein ganz anderes Licht und die Werte vom Vormittag stimmten nicht mehr“, schildert Krohn einen Fall aus der Praxis. Darauf und auf viele andere Kleinigkeiten zu achten hätten er und seine Kollegen in den Jahren gelernt. Zur 10. Olympiade im nächsten Jahr versprach er, dass die Jury vor der Schülerpräsentation ihre eigene Lösungsvariante demonstrieren wird. „Das zwingt uns zu noch mehr Sorgfalt bei der Aufgabenstellung, denn wer will sich schon gern blamieren“, schmunzelt Krohn.

Auch Rainer Schätz richtet die Augen auf 2018. „Unser Ziel ist es, noch mehr Informatiklehrer für die IT-Olympiade zu begeistern. Und vor allem wünschen wir uns, dass mehr Mädchen in das Fach einsteigen“, sagt Schätz. Entgegen kommen wird dem Geschäftsführer dabei, dass das Kultusministerium an 20 Schulen des Landes ein Modellprojekt Informatik und Medienbildung starten will. „Wir haben das Angebot unterbreitet, die Fortbildung zu intensivieren und würden die Lehrer dazu zur nächsten IT-Landesolympiade nach Güstrow einladen. Damit hoffen wir, noch mehr Schulen für diesen Wettbewerb zu interessieren“, so Schätz.

Inzwischen hat der von Leander und Philipp programmierte Roboter alle Aufgaben gemeistert. Die Jury erkennt den Neuntklässlern aus Güstrow und Rostock den ersten Preis zu. „Dieser Erfolg bestärkt mich in meinem Vorhaben, später einmal Informatik zu studieren“, versichert der 15-jährige Leander.


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