zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 10:47 Uhr

Leichtathletik : Mit pushender Musik aufgebaut

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ im Gespräch mit Henning Prüfer, Junioren-Vizeweltmeister im Diskuswurf

Ohne Titel blieb die deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft der Junioren bei den U20-Weltmeisterschaften in Eugene. Für eine der zwei Silbermedaillen sorgte der Güstrower Henning Prüfer. Vor seinem Erfolg im Diskuswurf musste der 18-Jährige jedoch eine Pleite als Elfter im Kugelstoßen verdauen. SVZ-Redakteur Eckhard Rosentreter sprach mit dem Schüler über Tiefen und Höhen bei den Titelkämpfen in den USA.

 

Herzlichen Glückwunsch zum dritten WM-Silber! Wie aber konntest Du schlafen nach dem missglückten Kugelstoßen und mit der Diskus-Qualifikation am nächsten Morgen vor der Brust?

Prüfer: Ehrlich, ich hatte wirklich richtig Schiss in der Hose. Das kannte ich sonst bisher gar nicht. Zum Glück ging dann ja noch alles gut.

Im Finale, nach einem weiteren Tag Pause, wirktest Du dann aber sehr gefasst, machtest einen völlig gesammelten Eindruck. Wie hast Du das mit der Kugel so gut weggesteckt?

Kopftraining. Wie, kann ich auch nicht mehr so richtig sagen. Das war schwierig, denn Patti (Zimmerkumpel Patrick Müller, nur 12. im Kugelstoßen/Red.), der mich eigentlich aufmuntern sollte, war ja selbst am Boden zerstört und brauchte einen, der ihn wieder aufrichtet. Irgendwie haben wir es dann gegenseitig hingekriegt. Laute, puschende Musik hilft da immer. Am Diskus-Finaltag fühlte ich mich wieder gut und in normaler Form.

Auffällig war im Eugener Leichtathletikstadion die Lage des Diskusrings: fast mitten im Feld; der Wurfsektor schräg geführt. Dazu waren die Fangnetze nahezu rundum, wie ein Käfig gestaltet. Hat Dich das nicht irritiert?

Nur auf den ersten Blick, da dachte ich, das sieht aber kurz aus. Wenn man dann im Ring drin steht, ist es egal. Man sieht die Linien und weiß, wo es langgeht und wie weit.

Und es fielen noch zwei verschiedene Schuhe auf – ein blauer und ein gelber. Ein Trick, eine Marotte?

Nein, nein. Ich hätte gerne die gelben genommen, denn mit denen hatte es in Donetsk schließlich gut geklappt (Vizeweltmeister U18/Red.). Doch der rechte war inzwischen durchgescheuert. Da habe ich gedacht, so hast du wenigstens den einen noch an. Ansonsten ist das egal.

Schon lange vor Eugene hattest Du Dir selbst als Ziel eine Medaille gestellt. Jetzt hast Du sie tatsächlich – und wieder ist es die silberne, Deine dritte international. Wird Silber Dein Markenzeichen?

Na, ja, es wäre schon schön, wenn da auch mal Gold käme. Aber jetzt bin ich erst mal rundum zufrieden.

Trotzdem noch einmal zurück zum Kugelstoßen. Nach dem Finale, in dem Du als U18-Vizeweltmeister den Endkampf verpasst hast, sagtest Du in einem Interview, jetzt wäre Schluss mit dem Kugelstoßen. Bei der Deutschen Meisterschaft kommendes Wochenende bist Du aber doch wieder gemeldet…

Ich muss das alles noch einmal mit meinem Trainer gründlich durchdenken. Die unterschiedliche Trainingsdosierung für beide Disziplinen ist ziemlich schwer hinzukriegen. National wird es vielleicht noch gehen, aber international? Wir müssen mal sehen, wie ich aus dem Wintertraining rauskomme.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen