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Warnow-Schifffahrt : Mit neuem Boot in die dritte Saison

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Trimaran soll Kutter ablösen / Teterower Firma liefert Entwurf / Bützow und Schwaan wollen nächsten Schritt gehen

Gibt es eine dritte Saison für die Schifffahrt auf der Warnow zwischen Bützow und Schwaan? Lange Zeit stand da ein dickes Fragezeichen. Doch jetzt habe die beiden Städte eine Lösung ersonnen, die dem Warnow-Tourismus einen richtigen Schub verleihen könnte. Darauf hoffen jedenfalls die Initiatoren. Dafür soll ein so genannter Trimaran ab Mai in „See stechen“. Aber noch ist bis zum 2. Mai einiges zu klären, sagt Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer.


Erfahrungen gesammelt


Vor zwei Jahren wurde zum ersten Mal ein Boot zu Wasser gelassen für regelmäßige Fahrten auf der Warnow zwischen Bützow und Schwaan. Die Touren waren auch fast immer bis auf den letzten Platz ausgebucht. Und auch im vergangenen Jahr gab es 50 Fahrten auf der 16,4 Kilometer langen Strecke. Das Güstrower Touristik-Unternehmen „Wanderer“ mit Sven-Eric Muskulus hatte dafür ein Boot gechartert und auch einen „Kapitän“ beschäftigt.

Diese ersten kleine Erfolge machen Mut, mehr zu wagen. Aber wie? Denn die ersten beiden Jahre zeigten auch das Manko auf. Als „Touristendampfer“ diente ein Kutter, ohne Dach. Nicht ideal bei regnerischem Wetter. Auch fehlte auf dem Boot und im „Hafen“ in Schwaan ein stilles Örtchen. Immerhin dauert die Tour rund zwei Stunden und 20 Minuten. Und für den Betreiber der Tour war der ständige Transport des Kutters von Güstrow an die Warnow ein beschwerliches Unterfangen, auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Denn die Kasse muss am Saisonende stimmen. Deshalb hatte Betreiber Muskulus im Herbst vergangenen Jahres auch signalisiert, unter diesen Bedingungen nicht in die dritte Saison zu starten.


GmbH soll Schifffahrt fortführen


„Ich hatte dann Gespräche mit Bernd Krafft aufgenommen, der für uns auch einen Schwimmsteg baut“, so Schauer. Herausgekommen ist die Idee vom Trimaran, den die Technus KG aus Teterow entwickelt hat. Das Unternehmen beschäftigt sich seit Jahren mit Schwimmsystemen.

Der für die Warnow-Schifffahrt entworfene Trimaran würde Platz für 20 Fahrgäste bieten, aber auch für Fahrräder. Auch Rollstuhlfahrer könnten die Fahrt genießen, da auch das Ein- und Aussteigen ohne Probleme funktionieren würde. Es gäbe zudem eine kleine Toilette und eine Überdachung.

Mittlerweile sind etliche Gespräche zwischen den beiden Städten gelaufen. Mehrere Privatpersonen aus Schwaan wollen eine GmbH gründen, in die sich auch die beiden Städte als Mitgesellschafter „einklinken“ würden. Die Gesamtinvestition werde derzeit mit rund 60 000 Euro beziffert, wie Bützows Bürgermeister Christian Grüschow am Montagabend in öffentlicher Sitzung des Hauptausschuss informierte. Nach derzeitigen Berechnungen beliefen sich die Kosten für beide Städte neben dem Gesellschafteranteil auf einen monatlichen Zuschuss von jeweils 200 Euro.

Mathias Schauer betont gegenüber SVZ, dass das alles natürlich noch in „trockene Tücher“ gebracht werden müsse. Die Mitglieder des Bützower Hauptausschusses gaben jedenfalls einstimmig Christian Grüschow mit auf den Weg, das Projekt so mit voranzutreiben. Zumal es noch ein „Sicherheitsnetz“ gibt. Sollte sich nach zwei Jahren zeigen, dass die Rechnung nicht aufgeht, würde das Unternehmen den Trimaran zurücknehmen. Denn die einzelnen Bauteile ließen sich für andere Systeme wiederverwenden.

Doch in Bützow und Schwaan sieht man dem Vorhaben mit viel Optimismus entgegen. Dafür die letzten Hausaufgaben abzuliefern, das steht nun in den kommenden Wochen an.

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