Vereine in der Region vorgestellt : Mit Leib und Seele für Kinder da

Vereinsvorsitzende Monika Wolf ist Tagesmutter und betreut in der „Bauhofer Flohkiste“ die Kinder Richard, Demi, Konstantin, Paula und Friedrich (v.l.). Fotos: Christian Menzel
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Vereinsvorsitzende Monika Wolf ist Tagesmutter und betreut in der „Bauhofer Flohkiste“ die Kinder Richard, Demi, Konstantin, Paula und Friedrich (v.l.). Fotos: Christian Menzel

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Tagesmütter haben sich im Verein Likita – Liebevolle Kindertagespflege in Güstrow und Umgebung – organisiert.

svz.de von
06. Juni 2016, 12:00 Uhr

Für die Mitglieder des Vereins Likita ist der Name Programm: Liebevolle Kindertagespflege in Güstrow und Umgebung. Nach der Wende stieg die Zahl der Tagesmütter als Alternative zu den Kindertagesstätten stark an. Bald schlossen sich die ersten Tagesmütter zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Anfang 2004 wurde daraus ein Verein. Danach dauerte es aber noch zehn Jahre bis zur Eintragung in das Vereinsregister. „Seit vier Jahren können wir nun auch offiziell wirksam werden, können unsere Mitglieder vertreten und finden zunehmend Gehör bei Parteien und Kommunalpolitikern“, sagt Monika Wolf, Tagesmutter in der „Bauhofer Flohkiste“ und Vorsitzende des Vereins.

Zurzeit sind 42 Mitglieder über Likita organisiert, die sich um etwa 200 Kinder kümmern. „Eine Tagesmutter darf entsprechend den ihr zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten bis zu fünf Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreuen“, sagt Wolf. Die 61-Jährige ist mit Leib und Seele Tagesmutter. „Ein großer Vorteil ist, dass man sein eigener Herr ist und unkompliziert Entscheidungen zugunsten der Kinder treffen kann. Die Betreuung ist familiär, die Gruppe überschaubar. Gut ist auch, dass die Tagesmutter den ganzen Tag über Ansprechpartner für die Kinder ist. Da kommt zwar manchmal ein Arbeitstag von zehn Stunden heraus, aber dafür entschädigen oft strahlende Kinderaugen“, versichert sie.

Im Zusammenschluss zu einem Verein sieht sie große Vorteile. „Wir sind ja eigentlich Einzelkämpfer. Da ist es wichtig, untereinander im Gespräch zu bleiben und Erfahrungen auszutauschen“, beteuert die Vorsitzende. Auch Weiterbildungsveranstaltungen werden über den Verein organisiert. So erwartet und kontrolliert das Jugendamt eine jährliche Weiterbildungszeit von 25 bis 30 Stunden. Aller zwei Jahre muss ein DRK-Kursus absolviert werden. Gut ankommen die monatlichen Zusammenkünfte zu einem Spielkreis. Auch den Kindertag feierten die Likita-Tagesmütter mit ihren Schützlingen gemeinsam auf dem Gelände des Reitvereins am Güstrower Sonnenplatz.

Dazu war auch Doreen Bothe aus dem „Kükennest“ gern von Neu Kassow in die Barlachstadt gekommen. „Ich nutze die Gelegenheit, um von anderen Tagesmüttern Neuigkeiten zu erfahren und genieße es, gemeinsam Zeit zu verbringen“, sagt sie. Seit 2008 arbeitet sie als Tagesmutter. „Es ist ein idealer Job, der aber schwer zu planen ist. Manchmal hat man freie Kapazitäten, dann wieder gibt es Zeiten, in denen man Eltern abweisen muss“, lauten ihre Erfahrungen.


Problem: Vertretung im Krankheitsfall


Ein Problem, das den Tagesmüttern am Herzen liegt, ist die Vertretung im Krankheitsfall. „Laut Vertrag müssen wir selbst für eine Vertretung sorgen“, sagt Heike Rapke, im Verein stellvertretende Vorsitzende und Tagesmutter in der Tivolistraße in Güstrow. Das sei belastend. Auf Bundesebene gäbe es bereits zahlreiche Vertretungsmodelle, die aber für den Landkreis Rostock noch nicht zutreffen. Im Nachbarlandkreis Parchim-Ludwigslust läuft ein vom Bildungsträger Bilse initiiertes Pilotprojekt, das im Bedarfsfall auf Springer setzt. „So etwas würden wir uns hier auch wünschen“, sagt Rapke.

Den Kindertag in der vergangenen Woche haben die Tagesmütter pünktlich gefeiert, beim Frauentag sind sie im Verzug. „Den feiern wir im Verein am 25. Juni mit einer Bootstour auf dem Inselsee“, schmunzelt Monika Wolf.



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