Rostock Laage-Kronskamp : Mit Küchenmesser auf Raubzug

Foto:
1 von 2

Mann wartet auf Ladenschluss, überfällt die Kassiererin und knackt dann die Kasse.

svz.de von
15. Juli 2015, 07:36 Uhr

Zwei Frauen unterhalten sich vor dem Penny-Markt. „Hast du schon gehört?“ Der bewaffnete Raubüberfall auf den Einkaufsmarkt in Kronskamp war gestern das dominierende Thema. Am Dienstagabend zur Ladenschlusszeit gegen 20 Uhr bedrohte ein Mann eine Verkäuferin mit einem Messer, erbeutete Bargeld aus der Kasse und floh. Noch ist der Täter auf der Flucht.

Ein Mann hatte sich Dienstagabend im Einkaufsmarkt aufgehalten. Es habe den Eindruck gemacht, als warte er die Ladenschließzeit ab, berichtet die Polizei. Eine Verkäuferin forderte ihn zum Verlassen des Marktes auf. Der Mann bedrohte daraufhin  die Verkäuferin mit einem mitgebrachten Küchenmesser und forderte das Geld aus der Kasse. Da die Verkäuferin dies nicht tat, habe der Täter die Kasse aufgehebelt und eine noch unbekannte Menge Bargeld entnommen. Er flüchtete aus dem Markt. Eine der Verkäuferinnen habe erkennen können, wie der Mann in ein graues Auto stieg und davon fuhr, informiert die Polizei weiter. Umgehend  eingeleitete Fahndungsmaßnahmen nach Täter und Fahrzeug verliefen jedoch ohne Erfolg.

Beschrieben wird der Täter als Mann von 35 bis 40 Jahren mit kurzen blonden Haaren, sehr schlanker Gestalt, etwa 180 bis 185 Zentimeter groß. Er war dunkel gekleidet. Der Kriminaldauerdienst Rostock hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Schock sitzt tief. Die Marktleitung war gestern für SVZ nicht zu sprechen. „Haben sie dafür bitte Verständnis“, hieß es von der Marktleiterin. „Es ist schon ein komisches Gefühl“, gesteht Gudrun Netter, die gestern Vormittag an der Kasse saß. Noch am Abend hätten Kolleginnen ihr von dem Überfall berichtet. Susann Thulke am Backstand im Eingangsbereich des Marktes kam dagegen gestern völlig unvorbereitet kurz nach 5 Uhr zur Arbeit. Als erstes habe sie sich über eine kaputte Scheibe der Eingangstür gewundert. Später hörte sie, dass der Täter bei der Flucht dagegen rannte. Dann sei ihr ein Pulver aufgefallen. Schnell kombinierte sie, dass hier vermutlich Fingerabdrücke genommen wurden. Viele Kunden hätten sie am Morgen auf den Überfall angesprochen. „Furchtbar“, sagt Susann Thulke. Der Backstand sei abends nicht mehr besetzt. Um 18 Uhr sei Schluss, so dass ihre Kollegin vom Nachmittagsdienst nicht betroffen gewesen sei.

Die beiden Kronskamperinnen vor dem Markt sind noch immer im Gespräch vertieft. „Ich finde es erschreckend. Die Leute haben keinen Respekt mehr und die Brutalität nimmt zu“, klagt eine der beiden Frauen. Ihre Namen wollen sie lieber nicht nennen. „Nicht, dass noch jemand denkt, bei uns wäre auch was zu holen“, begründen sie unisono.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen