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Raubüberfall in Güstrow : Mit Jagdmesser Bäckerei gestürmt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Prozessauftakt nach Raubüberfall auf Bäckerei in Güstrow - 24-jähriger Güstrower muss sich in Rostock für die Tat verantworten

Nicht zum ersten Mal wurde die Filiale der Marktbäckerei Hornung in der Güstrower Weinbergstraße überfallen. Die bisherigen Räuber blieben allerdings unbekannt. Anders beim letzten Überfall am 12. Januar. Seit heute  steht der vermutliche Täter wegen schweren Raubes vor dem Rostocker Landgericht. Es ist der 24-jährige E. aus Güstrow. Mit Sturmhaube und einem großen Jagdmesser bewaffnet, soll er am Tattag gegen 13 Uhr die Bäckerei überfallen haben. Er hätte „Geld her! Nichts weiter! Kasse auf“, geschrien, hieß es gestern vor Gericht. Die Bäckerei-Mitarbeiterin Karola K. sei geschockt gewesen. Aus großer Angst habe sie dem Räuber 280 Euro in Scheinen übergeben, heißt es in der Anklageschrift.

 E. ist aussagewillig und plauderte gestern frisch von der Leber weg. Zwei Tage habe er mit Speed und Alkohol gefeiert. „Ich hatte richtige Glücksgefühle“, beschrieb er seinen Zustand und das, obwohl seine finanzielle Lage mehr als prekär war. Er und seine damalige Freundin seien nicht einmal in der Lage gewesen, das Geld für die Betreuung der kleinen Tochter der Freundin zu bezahlen. Die Tagesmutter hätte sie mehrmals ermahnt, die fehlenden zehn Euro zu bezahlen. Mit den Worten: „Geh du morgen hin und sage ihr, dass wir nicht bezahlen können“, hätte seine Freundin ihn rausgeschmissen. Ein Mann müsste in der Lage sein, Geld zu beschaffen, hätte sie gemeint. Als er in seiner Wohnung war, sei sein Blick auf das Messer und die Sturmhaube gefallen. Dabei sei sein Überfallplan entstanden.

Nach der Aktion sei er in ein nahe gelegenes Anglergeschäft gelaufen. Von dort hätte ihn der Freund seiner Mutter, ein Taxifahrer, abgeholt. Danach seien er und seine Freundin einkaufen gegangen und anschließend in ein Restaurant in der Güstrower Innenstadt zum Essen. Außerdem hätte er noch eingekauft, die Tagesmutter und 60 Euro Drogenschulden bezahlt. Den Namen des Dealers wollte er nicht nennen.

Eine anonyme Anzeige brachte die Ermittler in Sachen Bäckerei-Überfall auf die Spur des Angeklagten. Ansonsten gab es eine Reihe Mitwisser, die, obwohl ihnen der Angeklagte über seine Tat berichtet hatte, ihr Wissen für sich behielten. Der 24-Jährige hat bereits zehn Einträge (Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, Raub, Sachbeschädigung) im Bundeszentralregister. Er saß bereits mehrere Jugendstrafen ab. Schwerer Raub kann mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren geahndet werden. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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