Vereine der Region vorgestellt : Mit Helene durch die laue Sommernacht

In gemütlicher Runde versammeln sich Vereinsmitglieder und deren Partner zum Grillabend.  Fotos: Christian Menzel
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In gemütlicher Runde versammeln sich Vereinsmitglieder und deren Partner zum Grillabend. Fotos: Christian Menzel

Der Dorfclub Strenz e.V. ist aus der ehemaligen Feuerwehr des Lüssower Ortsteiles hervor gegangen.

svz.de von
28. August 2016, 21:00 Uhr

„Ist Helene Fischer okay?“, fragt Bernhard Kolepke. „Musik ist immer gut“, lautet die diplomatische Antwort aus der Runde. Kurze Zeit später hetzt Helene „Atemlos durch die Nacht“…

Gar nicht atemlos geht es an diesem sommerlichen Freitagabend auf dem Hof des Dorfclubs Strenz zu, dafür gemütlich und in bester Stimmung. Vereinschef Bernhard Kolepke hat seine Mitstreiter und deren Partner zum Grillabend eingeladen. „Ich will Danke sagen für die geleistete Arbeit und ein bisschen wollen wir auch über die nächsten Termine sprechen“, erklärt er. Und geschafft haben die ein Dutzend Vereinsmitglieder wieder einiges. Beispielsweise wurde der Eingang zum Clubhaus neu gepflastert und eine Bank aufgestellt. Auf der versammeln sich die Männer, die das hinbekommen haben, zum Fototermin. Ein Foto verdient hätten auch die Frauen, die übers Jahr das Clubhaus reinigen, Gardinen waschen und Gemütlichkeit ins Heim hineinbringen. „Nur mit dem Dorffest hat es dieses Mal nicht geklappt, das haben wir uns zu spät überlegt“, räumt Kolepke ein. Auch deshalb soll beim Grillabend schon über das Fest im nächsten Jahr gesprochen, Ideen gesammelt und erste Aufgaben verteilt werden.

Als nach der Wende die Feuerwehr in dem zur Gemeinde Lüssow gehörenden Ortsteil Strenz aufgelöst wurde, wollten die Kameraden nicht einfach so auseinander gehen. „Die Feuerwehr ist ein Aktivposten im Ort, stellt etwas auf die Beine. Das hätte doch dann gefehlt“, erinnert sich Gottfried Bellan. Der 65-jährige ehemalige Maurer hatte die Leitung bei der Pflasteraktion vor dem Clubhaus übernommen. „Die Fenster wollen wir als nächstes erneuern, auch der Fußboden im Haus ist an der Reihe und Tische müssen angeschafft werden“, zählt er geplante Vorhaben auf.

Gleich nach der Vereinsgründung richteten sich die Mitglieder den leer stehenden Dorfkonsum als Vereinshaus her. Hier feiern sie ihre Feste und halten Versammlungen ab. Die Line-Dancer nutzen das Haus zum Proben, einmal im Monat treffen sich die Rentner zur Kaffeetafel und im Winter kommen Skat- und Romméspieler zusammen. „Wir vermieten aber auch, beispielsweise für private Feiern“, sagt der Vereinschef. Die Gemeinde übernimmt die Betriebskosten für den Club und erhält erzielte Mieteinnahmen, lautet der Deal, mit dem alle Parteien leben können. Wichtig ist den Vereinsmitgliedern, dass sie in dem knapp 200 Einwohner zählenden Ort einen Treff haben, eine Art Begegnungsstätte. Viele Aktivitäten finden ohnehin im Freien statt, wie das Dorffest oder das für den Monat Oktober geplante Herbstfeuer mit einem Fackelumzug.

Woran es dem Verein mangelt, sind jüngere Mitglieder. „Unser Altersdurchschnitt dürfte die 50 überschritten haben“, schätzt Kolepke. Den Schnitt drücken könnte vielleicht Matthias Specht, der in Sichtweite des Clubhauses wohnt und an diesem Abend das Grillen übernommen hat. „Ich überlege, dem Verein beizutreten, es ist eine gute Sache“, sagt er. Sein Sohn Willi, fünf Jahre alt, würde am liebsten heute schon Mitglied werden. „Er ist immer hier, wenn es etwas zu tun gibt“, verrät Gottfried Bellan, der an der Tafel neben ihm sitzt. Vielleicht wird es ja doch bald etwas mit jüngerem Blut im Verein Dorfclub Strenz.



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