Agrarproduktivgenossenschaft plant Anlage für 78 000 Tiere : Mit Hähnchenmast Zukunft in Wardow sichern

 Christian Heine und Hauke Kühl (v.l.) wollen keinen Unfrieden in der Region. Auf einem Acker zwischen Wardow und Kobrow soll die Hähnchenmastanlage entstehen.REgina Mai
Christian Heine und Hauke Kühl (v.l.) wollen keinen Unfrieden in der Region. Auf einem Acker zwischen Wardow und Kobrow soll die Hähnchenmastanlage entstehen.REgina Mai

Als die Agrarproduktivgenossenschaft Wardow vor sechs Jahren vor dem Aus stand, entschied man, sich von der Tierproduktion zu trennen. Nun sieht man ein Stück Zukunft doch wieder bei den Tieren.

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12. Oktober 2011, 07:36 Uhr

Wardow | Als die Agrarproduktivgenossenschaft Wardow vor sechs Jahren vor dem Aus stand, entschied man, sich von der Tierproduktion (Rinder und Schweine) zu trennen. Nun sieht man ein Stück Zukunft doch wieder bei den Tieren. Zwischen Wardow und Kobrow soll eine Hähnchenmastanlage entstehen und für die Gewinnmaximierung im Unternehmen sorgen. Die Planung ist abgeschlossen. Der Bauantrag wird demnächst gestellt.

Vorgesehen sind zwei Stallanlagen für jeweils 39 000 Tiere. Christian Heine (53), Vorstandsvorsitzender der APG, betrachtet das Projekt ganzheitlich. Die Küken werde man in Mecklenburg kaufen, sie über 35 Tage mästen und dann in Mecklenburg - geplant sei ein Schlachtbetrieb in Neustrelitz - schlachten lassen. "So können zu Recht kritisierte Tiertransporte im Rahmen gehalten werden. Unser Konzept ist ein von Praktikern erdachtes", betont der Vorstandsvorsitzende, der 2005 in das Unternehmen kam.

Bewusst sei man sich, dass eine derartige Anlage Auswirkungen auf die Umgebung habe. Es werde auch mal stinken. Selbstverständlich sei Futter zu transportieren und auch an Tagen, wenn auf- und ausgestallt wird, sei Bewegung nicht zu vermeiden. "Aber die Belastungen halten sich in Grenzen", betont der APG-Vorstandsvorsitzende. Man habe den Standort so ausgewählt, dass er nicht zu sehr ins Auge falle. Ein Sichtschutz werde außerdem angelegt. Der Dung werde auf den eigenen Feldern ausgebracht und Getreide aus der eigenen Produktion verfüttert. "Und wir bauen keine Leichtbauställe, sondern feste Gebäude, die rot verklinkert werden", erwähnt Heine.

Schon vor Monaten informierte man die Gemeinde, zeigte den Gemeindevertretern eine Beispielanlage. Man sei von Anfang an ganz offen herangegangen, weil man keinen Unfrieden in Wardow wolle. "Bei Gegenwehr hätten wir das Projekt fallen lassen", betont der Wardower Betriebsleiter Hauke Kühl (29). Solchen Gegenwind habe man bis heute nicht gespürt. "Wir legen Wert darauf in der Region akzeptiert zu werden", betont er.

Man benötige dieses neue Standbein, um die Zukunft des Unternehmens mit acht Beschäftigten in Wardow zu sichern. Als die APG vor 20 Jahren gegründet wurde, seien rund 3000 Hektar bewirtschaftet worden. Davon sind noch rund 1200 Hektar geblieben. Da man viele BVVG-Flächen bewirtschafte, sei mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. "Beim Run auf Acker sind wir die Verlierer", schätzt der Vorstandsvorsitzende ein. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, die inzwischen stabil sei, gebe es nicht her in der "Liga der Landkäufer mitzuspielen".

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