Badestellen MV : Mit Gummihose gut gerüstet

Probenehmerin Karin Zenser prüft Temperatur und ph-Wert des Badewassers.
Probenehmerin Karin Zenser prüft Temperatur und ph-Wert des Badewassers.

Karin Zenser prüft das Badewasser in der Region und muss dafür auch hüfttief ins Wasser – gestern wurde letztmals die Badestelle in Mühl Rosin kontrolliert.

svz.de von
05. September 2015, 06:36 Uhr

„Sie haben aber eine schöne Arbeit“, hört Karin Zenser des öfteren, wenn sie die Badestellen der Region abklappert, um die Wasserqualität zu prüfen. Und die Arbeit gefällt der Probenehmerin tatsächlich: „Es ist schön, dass man draußen ist. Bei schönem Wetter sind viele Kinder da, das macht schon Freude“.

Seit 2004 wird Karin Zenser vom Gesundheitsministerium für Bade- und Trinkwasserkontrollen eingesetzt. Vorher bei der Post beschäftigt, hat sie sich erstmal auf die neue Tätigkeit einstellen müssen. Als sie damals im Frühjahr anfing das Badewasser zu prüfen, erkannte sie kaum die Stellen, die ihr im Oktober gezeigt wurden und die sich durch den Wechsel der Jahreszeiten verändert hatten.Heute kennt die Güstrowerin alle Schleichwege rund um die Badeseen.


Ph-Wert war gestern
in Ordnung

Gestern wurde die Badestelle des Inselsees in Mühl Rosin letztmals in diesem Jahr kontrolliert. Schon morgens um acht Uhr ging alles ganz schnell: ph-Wert und Temperatur bestimmen, Wasserprobe nehmen, Sichttiefe usw. ermitteln. Der ph-Wert kann sofort ausgewertet werden und war gestern mit 8,3 in Ordnung. Für die Entnahme der Wasserprobe muss die Probenehmerin einen Meter tief ins Wasser steigen, heute allerdings mit wasserfester Hose, an die sich direkt zwei Gummistiefel anschließen. „Wenn es richtig schön warm ist, gehe ich aber auch barfuß rein“, sagt Karin Zenser.

Die dreißig Zentimeter unter der Wasseroberfläche entnommene Probe wird anschließend im Landesamt für Gesundheit und Soziales analysiert. Dabei wird das Wasser auf Fäkalerreger untersucht, die eine kurz- oder langfristige Verunreinigung anzeigen, weiß Hygieneinspektorin Claudia Tumbrock. Auch ein vermehrtes Vorkommen von Cyanobakterien, gemeinhin bekannt als „Blaualgen“, muss dokumentiert werden. Wenn Karin Zenser „Blaualgen“ auffallen, nimmt sie eine lichtdicht verschlossene Probe mit, damit sich die Bakterien bis zur Laboruntersuchung nicht noch weiter vermehren. Am Hohen Sprenzer See beispielsweise war es im Sommer zur Algenblüte gekommen. „Das war aber nach kurzer Zeit schon wieder in Ordnung“, berichtet Karin Zenser, denn die Ansammlungen wären wind-und strömungsabhängig. Deshalb prüft sie auch Windrichtung und -stärke. Die Ergebnisse der gesamten Kontrolle können nach wenigen Tagen online eingesehen werden.

Aber auch die Umstände außerhalb des Wassers müssen beobachtet werden – sind Spielplatz und Kiosk vorhanden, Mülleimer sauber? All das gehört zu einem offiziellen Badegewässer dazu. „Es ist wichtig, dass die Badestellen ordentlich und sauber sind. Man muss auch bedenken, dass vor allem die Kinder in den Ferien baden gehen“, betont Claudia Tumbrock. Auch Kay-Uwe Neumann vom Landkreis Rostock weiß um die Bedeutung der Kontrolle: „Das ist eine wichtige öffentliche Aufgabe, auch weil das hier eine Tourismusregion ist“. Die Entwicklung sei aber insgesamt positiv. „Es ist schön, wie sich der Fokus zu Gunsten der Badestellen verändert hat“, sagt Claudia Tumbrock.

Insgesamt 62 Badestellen, verteilt über den südlichen Teil des Landkreises, prüft Karin Zenser alle vier Wochen. Die Termine sind vorher ganz genau festgelegt und liegen, saisonbedingt, zwischen dem 20. Mai und dem 10. September.

Wenn die Probenehmerin gerade nicht an den Badestellen der Region unterwegs ist, kontrolliert sie meist das Trinkwasser in Gemeinschaftseinrichtungen und verbringt viel Zeit drinnen oder im Auto. Da gefällt es ihr doch etwas besser in der Natur zu arbeiten, auch wenn das bei Kälte und schlechtem Wetter auch nicht immer so toll sei. Aber dafür ist Karin Zenser ja bestens ausgerüstet mit Gummihose, -stiefeln und -jacke.

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