Freie Schule Güstrow : Mit „Glückskissen“ für Krebspatienten zur Auszeichnung

Die Nähgruppe der Freien Schule Güstrow mit ihren „Glückskissen“ im vergangenen Jahr: Caro Kücken, Clara Heinrici, Pauline Köpke, Yasmin Jahnke, Gina Krüger, Tabea Bader, Gerda Pergande und Calina Thormann (v.l.). Der Großteil der Schülerinnen fährt ab heute mit in die Bundeshauptstadt zum Empfang in der Landesvertretung MV.
Die Nähgruppe der Freien Schule Güstrow mit ihren „Glückskissen“ im vergangenen Jahr: Caro Kücken, Clara Heinrici, Pauline Köpke, Yasmin Jahnke, Gina Krüger, Tabea Bader, Gerda Pergande und Calina Thormann (v.l.). Der Großteil der Schülerinnen fährt ab heute mit in die Bundeshauptstadt zum Empfang in der Landesvertretung MV.

Freie Schule Güstrow wird für Engagement für Krebspatienten morgen in Landesvertretung MV geehrt.

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07. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Eine besondere Auszeichnung für ein tolles Projekt: Elf Schülerinnen und zwei Lehrerinnen der Freien Schule Güstrow machen sich heute auf den Weg nach Berlin. Eingeladen von der Ehrenamtsstiftung MV unter dem Motto „Engagement macht Schule“ werden sie morgen in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet für ihre „Glückskissen“-Aktion. Seit vier Jahren nähen vor allem Schülerinnen in der Freien Schule unter Leitung von Lehrerin Peggy Tetzlaff bunte „Glückskissen“, um den schwerkranken Patienten der Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Rostock ein wenig Freude zu bereiten.

„Das ist eine tolle Auszeichnung für die Schülerinnen des Nähkurses“, freut sich Peggy Tetzlaff. „Sie merken, dass ihr Engagement auch anerkannt wird.“ Sie will die morgige Einladung in die Landesvertretung MV beim Bund auch dazu nutzen, die Schule selbst sowie weitere ehrenamtliche Projekte vorzustellen. So putzen Schüler der Güstrower Schule auch jedes Jahr die Stolpersteine in der Barlachstadt.

Peggy Tetzlaff und ihre Kollegin Jana Götsert begleiten die elf Schülerinnen nach Berlin. Heute geht es zunächst einmal in den Bundesrat. Es gibt ein umfangreiches Besuchsprogramm. „Die Reise mit allem drum und dran ist die Auszeichnung. Alle Kosten werden übernommen“, sagt Peggy Tetzlaff, die vor vier Jahren die Idee zu den „Glückskissen“ hatte. In den Nachmittagskursstunden wird seitdem von der Planung über das Design bis zur Fertigung und Übergabe der bunten Kissen alles in Eigenregie organisiert, um den Krebspatienten etwas Farbe in den Klinikalltag zu bringen. Jedes Jahr im Dezember wird für die Uniklinik genäht. Im Januar werden die fertigen Kissen dann in Rostock von den Schülern übergeben.

„Die Aktion mit den „Glückskissen“ sei für die Schüler sehr emotional, weiß Peggy Tetzlaff. „Sie treffen auf der Station Menschen, denen es wirklich schlecht geht und werden auch mit dem Tod konfrontiert“, sagt sie. „Wir bekommen auch immer die Nachricht, wenn Menschen, denen wir ein Kissen geschenkt haben, verstorben sind.“ Die Schüler müssten sich so mit dem Tod auseinandersetzen. „Gleichzeitig machen sie Leuten mit diesen Kissen eine Freude, entwickeln Empathie und Mitmenschlichkeit. Mit den ,Glückskissen’ lernen sie also für das Leben“, ist Peggy Tetzlaff überzeugt. Für die „Glückskissen“-Aktion erhielt die Freie Schule Güstrow im vergangenen Jahr auch den Sonderpreis des Zisch-Projektes unserer Zeitung.

Neben der Freien Schule Güstrow wird morgen in Berlin auch die Kooperative Gesamtschule Sternberg geehrt. Unter dem Motto „Paradiesmacher“ werden die Außenanlagen des Schulgeländes auf Basis demokratischer Entscheidungsfindung in eine kleine Parkfläche umgestaltet. Bereits vier Generationen von Schülern bewegen Erdmassen, reißen Bäume aus und rütteln Beläge ab. Sie betonieren Pflasterzeilen, pflanzen Stauden und informieren sich selbstständig über Baunormen und Sicherheitsbestimmungen.


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