Güstrower Unternehmen : Mit Erfindergeist in die Zukunft

Das Güstrower Unternehmen Tools for Composite stellt vor allem Bauteile für Windenergieanlagen her. Geschäftsführer Guido Wittwer zeigt hier ein Teil, das den Lärm der Rotorblätter reduzieren soll.
Das Güstrower Unternehmen Tools for Composite stellt vor allem Bauteile für Windenergieanlagen her. Geschäftsführer Guido Wittwer zeigt hier ein Teil, das den Lärm der Rotorblätter reduzieren soll.

Güstrower Kunststoffteile-Produzent Tools for Composite verbessert Produktion durch neuartigen 3D-Drucker.

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14. Mai 2018, 21:00 Uhr

Erfindergeist made in Güstrow! Das Unternehmen Tools for Composite (TFC) bildet am Standort Güstrow die gesamte Wertschöpfungskette eines Produktes ab – von der Idee über die Entwicklung eines Prototyps bis zum fertigen Produkt. Gestartet 2008 als reiner Zulieferer für die Windenergie-Branche, fertigt TFC mittlerweile Bauteile aus glasfaserverstärkten Verbundstoffen auch für Schiffe, Flugzeuge und Schienenfahrzeuge. „Überall dort, wo Kunststoffe gängig sind, versuchen wir Fuß zu fassen“, sagt Geschäftsführer Guido Wittwer. Jetzt kommt eine besondere Innovation hinzu: ein 3D-Drucker.

„Dieses Gerät haben wir selber mitentwickelt. Man kann es nicht kaufen“, unterstreicht der TFC-Geschäftsführer. Wittwer wartet gerade jeden Moment darauf, dass der neue einmal ein Meter große 3D-Drucker geliefert wird. Der Drucker wurde speziell für die Herstellung von Formen und Werkzeugen im Bereich Windenergie, Schiffs- und Flugzeugbau sowie der Bauindustrie entwickelt. „Der größte 3D-Drucker in Mecklenburg-Vorpommern wird in Güstrow stehen“, freut sich Wittwer. Er will damit auch Muster für Kunden drucken. „Damit erweitern wir unser Produktionsportfolio. Wir wollen auf dem Markt schneller und besser sein als die anderen. Und wir wollen autark sein, uns nicht ausschließlich auf Zulieferer verlassen“, so der 54-Jährige.

Seit 2016 befindet sich der TFC-Produktionsstandort am Steinsitz in Güstrow, in der ehemaligen Stropoly-Halle. „Ein zukunftsfähiger Standort. Hier möchte ich weiterhin in Menschen und Maschinen investieren“, sagt Wittwer. Investiert hat er bereits in den vergangenen zwei Jahren, um die Kapazitäten zu erweitern. Dadurch entstanden jetzt drei neue Arbeitsplätze und 37 Jobs wurden gesichert. Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens seit 2016 in der einstigen Stropoly-Produktionshalle betragen mehr als 2,2 Millionen Euro. „Ein Drittel davon in das Gebäude und das Umfeld, zwei Drittel in den Maschinenpark“, sagt Wittwer. Finanzielle Unterstützung gab es dabei vom Wirtschaftsministerium MV.

Mit einer eigenen Abteilung betreibt das Unternehmen intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, um beispielsweise Herstellungsprozesse weiter zu verbessern. Vielfach wird auch im Verbund mit wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes zusammengearbeitet. „Das ist ein guter Weg, um marktreife Produkte zu entwickeln“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Guido Wittwer freut sich, dass die Geschäfte gut laufen. „Sorgen bereitet mir jedoch der Nachwuchs“, sagt der Geschäftsführer. „Wir würden gerne Auszubildende einstellen, finden aber keine jungen Menschen.“ Konkret bildet das Güstrower Unternehmen Verfahrenstechniker für Kunststoff und Kautschuk aus.

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