der grösste fund des jahres : Mit einer Sonde Schweden- Schwert entdeckt

Rechts der Schwert-Fund, darunter eine Dokumentation. Links weitere Funde von 2013.
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Rechts der Schwert-Fund, darunter eine Dokumentation. Links weitere Funde von 2013.

Gerhard Brunk hat als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Der 70-jährige Güstrower entdeckte Teile eines Schweden-Schwertes. Klinge und einen goldenen Griff fand er auf einem Acker.

svz.de von
30. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Für den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Gerhard Brunk war 2013 ein sehr erfolgreiches Jahr. Mit Bruchteilen von der Klinge und vom goldenen Griff eines schwedischen Schwertes förderte er mit der Sonde einen Fund aus einem Acker, der ihm nicht alle Tage gelingt. „Das ist mein Fund des Jahres“, rekapituliert der 70-Jährige seine ehrenamtliche Tätigkeit, die ihn seit fünf Jahren mehrere Male in der Woche vor allem auf die Äcker der Region zieht.


Keine gezielte private Suche Abgabepflicht für Bodenfunde


Dieser Coup gelang ihm im Frühjahr. „Da waren die Felder noch nicht bestellt. Als ich Klinge und Griff entdeckte, wusste ich sofort, dass es etwas Besonderes ist. Auch im Land“, erzählt der Güstrower. Das Foto rechts zeigt oben Klingen- und Griffteile. Außerdem eine Rekonstruktion, wie das Schwert ausgesehen haben könnte. „Ein Sachverständiger hat das nachvollzogen. Nach meinen Informationen gibt es nur ein Schwert dieser Art, das komplett ist. Und das ist in Schweden“, so Brunk. Der hat wie alle anderen Dinge, die er entdeckt, per GPS-Daten gemessen und in einer Fundmeldung dokumentiert. Über den Fundort macht Gerhard Brunk keine öffentlichen Angaben. „Ich bin als Ehrenamtler nur dem Landesamt für Denkmalpflege verpflichtet. Das halte ich ein.“ Brunk betont in dem Zusammenhang, dass es bei weitem kein Kavaliersdelikt ist – das trifft auf jeden zu, der etwas entdeckt –, Bodenfunde zu behalten oder weiter zu veräußern. Auch sei es bei Strafe nicht gestattet, mit einer Sonde zu arbeiten bzw. gezielt nach Bodenfunden zu suchen. Brunk hat für seine Arbeit mit einem Detektor einen Lehrgang besuchen müssen und dafür eine Erlaubnis. „Wir werden als ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger überhaupt regelmäßig geschult, um zu wissen, wonach wir suchen und es zu erkennen und einzuordnen“, erklärt Gerhard Brunk. Trotzdem hat er mit Bernd Wollschläger einen Mitarbeiter vom Landesamt als ständigen Ansprechpartner an seiner Seite.

Mit den Teilen des schwedischen Schwertes ist die Suche aber noch nicht beendet. Brunk: „Der Acker wird weiter beobachtet. Sollte es weitere Funde in konzentrierter Form geben, wird über eine Ausgrabung beratschlagt. Aber soweit ist es noch lange nicht.“

Bei unserem Besuch am Wochenende breitete Gerhard Brunk weitere Schätze auf dem Tisch aus: Pfeilspitzen aus der Steinzeit 3000 v. Ch., ein 3-Pfennig-Stück von 1674 mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf, ein Siegel eines Güstrower Schusters, ein seltenes Amulett, weil es aus Blei und Zinn hergestellt wurde, und einen Heiligen Georg.


Das Land braucht ein archäologisches Museum


Brunk, in seinem Arbeitsleben als Elektriker und Antennentechniker bekannt, kam durch seinen Freund Rainer Kontschak, ebenfalls ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, zu dieser Freizeitbeschäftigung. Die Grundlagen wurden allerdings schon Anfang der 1950er-Jahre in der Schulzeit in Plaaz gelegt. „Da fand ich Urnen beim Kartoffeln sammeln“, erinnert sich Gerhard Brunk.

Der vermittelt weitere ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger (Telefon 0 38 43/84 29 11). Einen Wunsch hat er auch. Er möchte, dass die Politik ein archäologisches Landesmuseum einrichtet. Als Beleg für die Wichtigkeit gilt für ihn die Pipeline-Ausstellung 2011 und 2012 in Güstrow. „Seitdem sie geschlossen wurde, wandert alles wieder in Depots. Damit bleibt den Menschen ein wichtiger Blick in die Geschichte der Erde verschlossen. Das darf aber nicht sein“, beklagt Gerhard Brunk.

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