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Güstrower Tafel : Mit drei Broten fing alles an

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seit 20 Jahren arbeitet Güstrower Tafel in der Region. Zum Geburtstag kamen Sponsoren, Unterstützer und Ehrenamtler.

Gestern war einer der wenigen Freitage, in denen keine Lebensmittel in der Güstrower Tafel verteilt wurden. Stattdessen wurde zurück geblickt und das 20-jährige Bestehen feierlich begangen. Eingeladen waren dazu neben den Sponsoren, auch private Unterstützer sowie alle Ehrenamtlichen, die sich in der Güstrower Tafel und deren Außenstellen engagieren.

„Ich hätte nie gedacht, dass die Tafel in diesem Umfang so lange nötig sein würde“, sagt Heidi Morlang, zweite Vorsitzende der Güstrower Tafel. Als „Dienstälteste“ war sie bereits bei der Entstehung der Idee einer Tafel vor knapp 21 Jahren beim Familienförderverein dabei. Damals war es die 86. Tafel, die deutschlandweit entstanden war. „Heute sind es 922“, weiß die Vorsitzende.

Mit drei Broten hat die Güstrower Tafel ihre Arbeit damals in der Domstraße begonnen, zog bereits drei Jahre später ins Tiefetal 10, musste dann 2011 in die Demmlerstraße und ist inzwischen im Pfahlweg zu finden. „Hier mussten wir viel reparieren und bauen, doch hier haben wir ein Gewächshaus und freies Ackerland, wo wir eigenes Gemüse ernten können“, sagt Heidi Morlang. Sie hatte auch einige Zahlen parat. 1996 seien 3,1 Tonnen Ware weiter gegeben worden. Ein Jahr später bereits 53,7 Tonnen. Im vergangenen Jahr wurden wöchentlich 1600 Personen versorgt und 264,5 Tonnen an Lebensmitteln angenommen, sortiert und weiter gegeben, fügte sie an.

Das liegt auch daran, dass inzwischen zehn Außenstellen zur Güstrower Tafel gehören. Darunter zählt auch die Ausgabestelle in Liessow. Ilse Rothe ist hier schon viele Jahre tätig. „Als ich damals angefangen hatte, lag die Arbeit brach“, erinnert sich Ilse Rothe. Sie war sicher, dass es genügend Menschen im Ort gibt, die es brauchen könnten. An neun Familien gibt sie derzeit einmal pro Woche Ware weiter. „Darunter ist eine Großfamilie mit 13 Personen“, berichtet Ilse Rothe.

Ursula Schwarz ist seit 14 Jahren in Kronskamp in der Ausgabestelle tätig. Hier werden an zwei Tagen etwa 30 Leute mit Lebensmitteln unterstützt. „Ein Jahr habe ich da gearbeitet und bin geblieben“, sagt sie. Gemeinsam mit zwei Ehrenamtlichen und einer 1-Euro-Kraft leistet sie diese Arbeit. Froh über diese sinnvolle und notwendige Tätigkeit ist auch Sabine Wojciechowski. Sie hat sogar ihre privaten Räume geöffnet, damit die Arbeit der Tafel in Krakow am See weiter gehen kann. „Ich wollte nicht zu Hause rumsitzen und habe selbst angefragt, ob ich das nicht bei mir auf dem Grundstück machen könnte“, erzählt sie. So stieg sie im Januar 2015 mit ein und ihre Tochter Mareike Hoenicke hilft ihr dabei. Etwa 30 Erwachsene und zehn Kinder kommen hier im Durchschnitt einmal pro Woche. Die Dankbarkeit vieler komme zurück. „Und ich bin froh, dass ich helfen kann“, sagt Sabine Mojciechowski.

Ob Tankstelle, Lebensmittelmarkt, Bäcker oder Kleingärtner – über jede Hilfe und jedes Lebensmittel freuen sich die etwa 40 ehrenamtlichen Mitstreiter der Güstrower Tafel. Ebenso sind sie dankbar, wenn es immer wieder Interessierte gibt, die sich hier engagieren. Daneben arbeiten bei der Güstrower Tafel auch jüngere Leute für kürzere Zeit. „Wir sind so dankbar, dass die Tafel immer bereit ist, Jugendliche aufzunehmen, die ihre Sozialstunden hier ableisten“, sagt Silke Schomann vom Sachgebiet Jugendhilfe im Strafverfahren des Landkreises Rostock. Auch Landrat Sebastian Constien überbrachte den Dank und die Glückwünsche an die Mitarbeiter, dass sie „diese Arbeit trotz mancher schwierigen Zeit nicht aufgegeben haben“. Danke möchte auch die erste Vorsitzende Gabriele Kempke sagen. Sie ist fünf Tage die Woche vor Ort und weiß, welche Arbeit hier zu leisten ist. „Ich möchte einfach ein großes Dankeschön an meine Kollegen sagen. Wir sind ein tolles Team“, sagt sie. Ab Montag werden sie dann alle wieder in Aktion sein, um die zu unterstützen, die nicht genug haben.


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