Präventionstag in Güstrow : Mit dem Rollator im Stadtbus unterwegs

Präventionsberater Karsten Hamann weist Ilse Ott in die Handhabung eines Rollators ein.
Präventionsberater Karsten Hamann weist Ilse Ott in die Handhabung eines Rollators ein.

3. Senioren-Präventionstag von der Polizeiinspektion und der Verkehrswacht Güstrow

svz.de von
21. September 2017, 05:00 Uhr

„Ich möchte mobil bleiben, habe aber manchmal Probleme, mit dem Rollator in den Stadtbus zu kommen. Vor allem, wenn ich vorn beim Fahrer bezahlen muss und dann erst hinten einsteigen darf“, schildert Elfriede Wuth auf dem Senioren-Präventionstag ihre Erlebnisse mit dem Nahverkehr. Die 83-jährige ist seit gut zwei Jahren auf den Rollator angewiesen und meist allein in der Stadt unterwegs.

Busfahrer Ingo Karsten riet der Güstrowerin, doch Tickets im Voraus zu kaufen und sie nach dem Einsteigen im Bus zu entwerten. Der Mitarbeiter von Rebus gab den älteren Menschen noch so manchen Tipp für das Fahren mit Nahverkehrsmitteln. „Wir haben wirklich sehr viel in moderne und altersfreundliche Busse investiert. Sie sind beispielsweise mit absenkbaren Ein- und Ausstiegen ausgerüstet. Oder Sensoren sorgen an den Türen für mehr Sicherheit“, zählte er auf. Viele Senioren bestätigten das, kritisierten aber den Zustand einiger Haltestellen in der Stadt. Auf dem Markt, am Gleviner Platz oder in der Weinbergstraße sollten die Haltepunkte nach dem Vorbild der Eisenbahnstraße ebenfalls umgebaut werden, meinten sie.

Der dritte Senioren-Präventionstag, zu dem die Präventionsberater der Polizeiinspektion Güstrow und die Verkehrswacht eingeladen hatten, ermöglichte solche Gespräche, in denen die Bürger ihre Sorgen und Nöte loswerden konnten. Aus aktuellem Anlass hatte Polizeioberkommissarin Carola Johannsen das Programm erweitert und warnte vor den Anrufen falscher Polizisten oder vor dem berüchtigten Enkeltrick. „Alle sagen, dass ihnen das nicht passieren könne und doch fallen ältere Bürger immer wieder auf diese betrügerischen Maschen herein“, sagt Johannsen und bot Trägern von Senioreneinrichtungen an, ausführlich im Rahmen einer Beratung darüber zu sprechen.

Die Verkehrswacht Güstrow, informierte an ihrem Stand über ihre ehrenamtliche Arbeit und bot einen Reaktionstest an. Die Verkehrserzieher helfen aber nicht nur Senioren. Sie wollen sich demnächst einen Fahrradsimulator zulegen und damit die Verkehrserziehung in Schulen und Kitas verbessern.

Die Awo hatte für die Senioren Kaffee, Kuchen und Schnittchen spendiert, Musik gab es aus der Dose. „Das wollen wir beim nächsten Mal ändern und versuchen, das Landespolizei-Orchester zu diesem Termin zu verpflichten“, schaute Präventionsberater Karsten Hamann schon einmal auf das nächste Jahr.

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