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Güstrower Anzeiger

13. Dezember 2017 | 14:03 Uhr

SVZ-Sommertour : Mit dem Boot ins Vogelparadies

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ ermöglichte Lesern gestern eine Exkursion mit Sebastian Lorenz in das Naturschutzgebiet Krakower Obersee.

Schon nach wenigen Minuten auf dem Weg zum Großen Werder sichteten gestern die Teilnehmer der SVZ-Sommertour den ersten Seeadler, wie er majestätisch seine Runden zog. „Wir werden aber noch mehr Seeadler sehen“, sagte Sebastian Lorenz, der die SVZ-Leser begleitete.

Der studierte und promovierte Geowissenschaftler, ein gebürtiger Krakower, betreut seit Oktober 2013 das Naturschutzgebiet Krakower Obersee, auf den gestern die Sommertour führte. Der 39-Jährige, der nach dem Tod von Dr. Wolfgang Neubauer dieses Ehrenamt nahtlos übernahm, kennt den Obersee wie seine Westentasche.


Raubsäuger stören das Nisten der Vögel


Wenn einer weiß, welche Veränderungen und Entwicklungen es in dem 1200 Hektar großen Areal gibt, dann ist er es. Es gibt kaum ein Wochenende im Jahr, an dem er nicht nach dem Rechten schaut. Dazu kommen Exkursionen wie gestern mit SVZ-Lesern.

Die waren von der Führung mit dem Experten beeindruckt. Monika Höffgen, seit vier Jahren begeisterte Neu-Krakowerin, war zum zweiten Mal auf dem Obersee. „Es ist wunderschön hier und ich bin beeindruckt, wie sensibel mit diesem Gebiet umgegangen wird“, meinte sie. Das sieht auch Ingrid Mühring so. „Das soll hier unberührte Natur bleiben und die Vögel sollen ihre Ruhe haben“, sagte die Mistorferin. Rudolf Boomgarden möchte das auch. Als Krakower hätte er es aber gern, dass Touristen den Obersee noch besser kennen lernen können. „Eine organisierte Flossfahrt wäre doch schon was“, schlug er vor. Eine Floßfahrt zu seiner Hochzeit auf dem Untersee war für Ronald Manske der Anstoß, unbedingt den Obersee zu besuchen. SVZ ermöglichte das dem Mamerower.

Sebastian Lorenz hält bei solchen Touren in dem Schutzgebiet den Ball lieber flach. „Seit 1974 darf der See nicht mehr befahren werden. Das hat seinen Grund, denn die Vielfalt und Struktur des Sees, die für eine reiche Wasser- und Vogelwelt gesorgt haben, werden so am besten erhalten“, lautet sein Argument. Außerdem könne der Tourist auch bei Fahrten auf dem Untersee die meisten Vögel sehr gut beobachten. Außerdem gebe es im Mai eine öffentliche Bootsfahrt der Stiftung Umwelt- und Naturschutz, die alle Naturschutzflächen im Land verwaltet, so Lorenz.

Auf eine Frage, was sich im vergangenen Jahr verändert habe, nannte Sebastian Lorenz die gewachsene Population bei Raubsäugern. Dazu zählen Marder, Marderhund, Dachs, Fuchs und besonders der Waschbär. Deshalb ist Lorenz, der Jäger ist, zum Fallensteller geworden. Dieses Jahr hat er schon 27 Waschbären zur Strecke gebracht. Die hatten im Vorjahr dafür gesorgt, dass in der Lachmöwenkolonie auf dem Großen Werder nicht ein Küken überlebte – ein Novum. Dieses Jahr ist es schon besser. Rund 400 Jung-Möwen sind flügge geworden.

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