Krakow am See : Mit Blauer Flagge ins 80. Jahr

Zum 19. Mal konnte Hilmar Fischer die Blaue Flagge am Strand der Krakower Badeanstalt aufziehen. Der Dreimeter-Sprungturm rechts im Hintergrund ist ein besonderer Anziehungspunkt auf dem sehr familiär gestalteten Areal.  Fotos: Eckhard Rosentreter
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Zum 19. Mal konnte Hilmar Fischer die Blaue Flagge am Strand der Krakower Badeanstalt aufziehen. Der Dreimeter-Sprungturm rechts im Hintergrund ist ein besonderer Anziehungspunkt auf dem sehr familiär gestalteten Areal.

Krakower Badeanstalt zum 19. Mal mit internationalem Umweltsiegel für Sportboothäfen, Strände und Badestellen ausgezeichnet.

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27. Mai 2017, 05:00 Uhr

Seit 19 Jahren ist Hilmar Fischer Pächter der städtischen Badeanstalt am Krakower See. Nach der Komplettsanierung der Einrichtung 1998 hat der Krakower den Zuschlag für den Betrieb erhalten, den er im Nebenerwerb ausübt. Gleich im nächsten Jahr konnte Fischer die Blaue Flagge an seinem Strand hissen, seither weht das Gütesiegel für hervorragende Qualität nur durch die Winterzeiten unterbrochen am Krakower See. Erst vor einer Woche konnte Fischer in Karlshagen die Trophäe für eine weitere Saison entgegen nehmen – als eine von nur 13 Binnensee-Badeanstalten deutschlandweit, wie er betont.

Für die Badeanstalt ergeben sich aus Fischers Engagement Synergieeffekte. So übernimmt der passionierte Rettungsschwimmer die Aufsicht selbst, wenn er zu Hause ist, kann so Kosten sparen für das schwierige Saisongeschäft. Nur knapp 4000 Besucher kamen voriges Jahr, sonst, in guten Sommerjahren, sind es um 6000 im Durchschnitt. „Reich kann man hier nicht werden“, sagt Fischer. Vom 15. Mai bis 10. September geht die Saison, aber „brummen“ würden nur die Monate Juli und August. Auch gestern Vormittag, bei schon schönem Wetter am schulfreien Brückentag, war Fischer mit einem Angestellten allein vor Ort. Das Wasser ist mit 18 Grad ja auch noch recht frisch. Zwei Mitarbeiter hat er, im Juli kommt ein dritter hinzu. Ein Rettungsschwimmer muss engagiert werden, wenn Fischer in Güstrow in seinem regulären Job als Ehrenamtskoordinator beim DRK-Kreisverband zur Arbeit ist. In seiner Freizeit vertritt er nicht nur die Wasserwacht am Badestrand, sondern sorgt nach Feierabend auch für Sauberkeit auf dem Areal. „Die Kombination bietet sich ja an“, sagt er.

Um 10 Uhr wird täglich geöffnet, 18 Uhr ist offizielle Schließzeit. Dann haben die Gäste von Van der Valk, die einen Großteil ausmachten, ihre Sachen schon gepackt. Wenn es noch heiß ist und reichlich Gäste da sind, ist auch länger geöffnet. Neben den Linstow-Urlaubern bilden weitere Touristen das größere Standbein, auch internationale, sagt Fischer. „Und auch die Sachsen haben uns wiederentdeckt.“ Von den Krakower sind es vor allem Schüler, die den nahen Strand schätzen. „Die sehen wir hier immer in drei Wellen: erst als Schüler, dann, wenn sie selbst Kinder haben, und wenn sie Oma und Opa sind, kommen sie mit ihren Enkeln“, erzählt Fischer.

Die Blaue Flagge jedes Jahr erneut zu erobern, erfordere vielfältige Anstrengungen. Der Vorteil des von Natur aus sauberen Wassers des Krakower Sees ist nur die eine Seite. „Manchmal ist eine Familie den ganzen Tag bei uns, und am Abend zieht Mutter oder Vater seinen Ausweis und stellt sich als Prüfer vor“, weiß der Betreiber von unangemeldeten Kontrollen. Dann müsse alles stimmen – die Rettungsmittel, die Entsorgungseinrichtungen, der Nachweis von Umweltaktivitäten… Da sei es wichtig, dass die Stadt auch wieder kräftig investiert hat. Nach dem Neubau des Häuschens für die Rettungsschwimmers wurden im letzten Winter die Stege weiter repariert, Treppen erneuert und die Rampe für Rollstuhlfahrer. Im nächsten Jahr wird der historische Komplex am Jörnberg 80 Jahre alt. Der runde Geburtstag soll dann zusammenfallen mit einem weiteren „runden“: der 20. Vergabe der Blauen Flagge.

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