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SVZ-Serie „Chorgeflüster“ : Mit Begeisterung Tradition pflegen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Traditionschor des John-Brinckman-Gymnasiums trifft sich nur einmal im Jahr.

Einmal jährlich kommen sie in Güstrow zusammen, um zu singen, zu reden und miteinander unterwegs zu sein. Der Traditionschor des John-Brinckman-Gymnasiums ist eine fest eingeschworene Gruppe. Jochen Gläser – einstiger Lehrer und inzwischen verstorben – hat ihn 1989 ins Leben gerufen. Vor einigen Jahren übernahm Dr. Hartwig Daewel (73) die Leitung.

Am letzten Wochenende im August trafen sich auch in diesem Jahr etwa 30 Sängerinnen und Sänger in der Aula des Brinckmangymnasiums. Sie probten am Freitagnachmittag und den ganzen Sonnabend, um schließlich am Abend ihr 28. Konzert zu singen. Alljährlich wird es sehr gut besucht. Viele lassen sich nicht nur zum Hören, sondern auch zum Mitsingen einladen. „Ich komme gern in meine Heimatstadt. Das Ambiente ist etwas Wunderbares“, sagt Dörte Halbekath aus Berlin. Helga Zillmer wohnt in Kühlungsborn und ist ebenso gern dabei. „In diesem Jahr ist mein Abitur 60 Jahre her, doch ich bin mit Begeisterung dabei und glaube, das Singen hält jung“, erklärt die fast 80-Jährige.

Jochen Gläser, einst Lehrer an dieser Güstrower Schule, wäre in diesem Jahr 104 Jahre alt geworden. Er hatte zahlreiche Lieder für den Chor neu arrangiert, neu gesetzt. Sein Werk an dieser Schule wird durch diesen Chor auch weiter getragen. Dafür sorgt auch Ortrun Jakuscheit. Die 68-Jährige kommt extra aus Eisenach jedes Jahr nach Güstrow, fühlt sich als Tochter des ehemaligen Leiters mit verantwortlich. „Es war damals ein Schulfest und mein Vater wurde gebeten, im Treppenhaus ein Singen zu organisieren“, erinnert sie sich an die Anfänge. Das habe solchen Spaß gemacht, dass sich die Sänger eben jedes Jahr wieder treffen wollten.


50 Lieder und Chorsätze im Repersoire


Heute kann der Chor etwa 50 Lieder und Chorsätze gut singen – ein umfangreiches Repertoire, wenn man bedenkt, dass sie lediglich acht Stunden Zeit für die Probe haben. Hartwig Daewel, der von 1959 bis 1963 die Schule in Güstrow besuchte, konnte in den ersten Jahren nicht jedes Jahr kommen. „Ich war Pastor und Leiter von sozialen Einrichtungen“, erzählt er. Doch seit er 2009 in den Ruhestand ging, ist er immer dabei. „Da habe ich dann auch die Aufgabe übernommen, weil sich Jochen Gläser aufgrund seines Alters immer mehr zurückzog“, erzählt Hartwig Daewel, der in Ahrensboeck bei Schwerin zu Hause ist. Inge Kunkel aus Güstrow hatte geholfen, einen Zeitabschnitt ohne Leitung zu überbrücken.

Volksliedgut, Lieder der Romantik aber auch neuere Lieder gehören dazu, wenn der Traditionschor zusammen kommt. In diesem Jahr wurden zwei Lieder gesungen, die Jochen Gläser zu Papier brachte. Hier gibt es noch einige Aufgaben für den Leiter. „Wir möchten alle seine Werke in lesbare Notensätze bringen“, erzählt er. Die handgeschriebenen Noten seien so nicht zu kopieren. Diese Aufgabe wird viel Zeit in Anspruch nehmen.

Ein Problem sieht Hartwig Daewel: „Wir sind in ganz Deutschland verteilt und immer wieder haben einige von uns gesundheitliche Probleme.“ Auch darum wird nur noch von Jahr zu Jahr weiter geplant. Aber auch 2018 wird es wieder ein Treffen mit Konzert geben. Eines ist dabei sicher: Die Sänger werden immer und gern an diese Zeit mit ihrem Chorleiter zurück denken und auch darum singen sie gern am Schluss: „Danke und Auf Wiedersehen, denn die Zeit mit euch war schön.“

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