Stau im Katasteramt : Mit „Alkis“ bald besseres Arbeiten

img_0164
1 von 2

Im Katasteramt des Landkreises dauert die Bearbeitung im Durchschnitt immer noch fast ein Dreivierteljahr

23-11367760_23-66109652_1416395934.JPG von
16. März 2015, 06:00 Uhr

Fast ein Dreivierteljahr dauert im Durchschnitt die Bearbeitung von Vorgängen im Kataster- und Vermessungsamt des Landkreises. Das war vor einem Jahr so und ist heute nicht anders. Und das, obwohl 2014 rund 500 Vorgänge mehr abgearbeitet wurden als zuvor. „Dies haben wir durch eine interne Umverlagerung von Aufgaben erreicht“, erklärt Dagmar Philipp. Die Amtsleiterin muss dennoch 8,6 Monate durchschnittliche Bearbeitungszeit einräumen und sagt: „Gut wären zwei bis drei Monate.“

Bis es so weit ist, könnte gut noch ein Jahr vergehen, schätzt Wolfgang Kraatz. Festnageln lassen will sich der Landrats-Stellvertreter darauf allerdings nicht. Hintergrund ist die Einführung des sogenannten Alkis, des Amtlichen Liegenschafts-Katasterinformationssystems. Seit 2. Februar arbeite die Behörde mit Alkis. Mit diesem System, das das Automatisierte Liegenschaftsbuch und die Automatisierte Liegenschaftskarte ablöst, zieht in der ganzen Bundesrepublik ein europaweit einheitlich abbildbares Koordinatensystem in die Katasterämter ein. Bis auf Berlin und Saarland sowie die erst in Ansätzen steckenden Sachsen und Bayern arbeiten bereits alle Länder mit Alkis. Dagmar Philipp ist überzeugt: „Wenn die Software funktioniert, können wir mehr abarbeiten als reinkommt.“

Doch noch sei das nicht immer der Fall. Und wenn es irgendwo klemmt, stehe nicht immer gleich das erforderliche Update zur Verfügung, um den Fehler beheben zu können. 69 Mitarbeiter, die in ihrem Bereich tätig sind, müssten sich zudem auch erst die Routine erarbeiten, um flüssig mit dem neuen System arbeiten zu können. Dem Eindruck von Eduardo Catalan (FDP), der im Wirtschaftsausschuss meinte, das „nehmen Sie ein bissel lax“, weist die Amtsleiterin zurück. Die Probleme würden im ganzen Land auftreten und die gleichen sein. Weil man aber nur Nutzer sei, würden auch etwaige Regressforderungen an den Hersteller, wie vom Ausschussvorsitzenden, Peter Stein (CDU), ins Spiel gebracht, nicht greifen, meint Dezernent Kraatz. Der Bargeshagener Catalan will dennoch den Daumen drauf halten: „Wir blockieren uns doch, wenn das im Schnitt fast neun Monate dauert. Das ist eine Standortfrage und für mich sehr unbefriedigend.“

Ob man nicht, zumindest zeitweise, das Personal aufstocken könne, erkundigte sich Lars Zacher (CDU). Dies sei kaum möglich, machte Philipp deutlich: Einen Monat dauerte allein die Schulung jedes ihrer Mitarbeiter für Alkis. Und auf dem freien Markt sei einfach kein Personal verfügbar. Auch dies sei keine Spezifik unseres Landkreises. Der ist schließlich der viertgrößte überhaupt in der Bundesrepublik – auch ein Umstand, der den Arbeitsanfall in etwa mit beschreibt, wie die Amtsleiterin noch erwähnen möchte. Um die Folgen der Verzögerungen zu mindern, würde teilweise selektiv gearbeitet: Wo es etwa um Bebauungspläne geht, werde die Bearbeitung eher bevorzugt erfolgen gegenüber einzelnen Privathäusern. „Das hat ja größere Auswirkungen, beispielsweise für Investoren“, erklärt Amtsleiterin Philipp.

Die weiß zudem, dass speziell die östlichen Bundesländer größere Probleme bei der Migration und anschließenden Transformation der Daten in Alkis haben. Hintergrund ist die aus DDR-Zeiten oftmals herrührende Trennung von Grundstück und Bebauung. „Und dass manchmal zehn Eigentümer aufgeführt sind, gibt es in den alten Bundesländern auch nicht.“ Dezernent Kraatz bekräftigt aber: „Wir sind seit drei bis vier Wochen arbeitsfähig. Und es verfeinert sich immer mehr.“  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen