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Güstrower Anzeiger

14. Dezember 2017 | 17:58 Uhr

Polizei MV : Minister verspricht Aufstieg 2017

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kampagne der Jungen Gruppe der GdP MV in Güstrow trägt Früchte: Caffier reagiert mit einer Zusage – lässt aber auch einen Seitenhieb nicht aus

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 07:20 Uhr

Vor einer Woche haben junge Polizeibeamte symbolisch ihre Bewerbung für einen Aufstiegslehrgang durch den Reißwolf gejagt, weil dieser ersatzlos gestrichen wurde. Diese Kampagne der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei Mecklenburg-Vorpommern (GdP MV) trägt nun Früchte. Innenminister Lorenz Caffier reagierte unlängst mit einer Zusage: „Das nächste Aufstiegsstudium nach Paragraf 13 Polizeilaufbahnverordnung MV wird im Jahr 2017 beginnen.“

„Die Entscheidung von oberster Stelle begrüßen wir im Sinne unser Kollegen ausdrücklich“, sagt Sebastian Weise, Vorsitzender der Jungen Gruppe der GdP MV. Die Beamten leisten gute Arbeit und hätten diese Form der Motivation verdient. „Deshalb nehmen wir den Innenminister beim Wort und werden ihn zu gegebener Zeit auch an sein Versprechen erinnern“, sagt der Polizeikommissar weiter. Ziel müsse es sein die Attraktivität des Polizeiberufes zu steigern. Gerade in Zeiten, in denen die Polizei schon über dem Limit arbeite. Dazu gehöre auch das Schaffen von Entwicklungsmöglichkeiten, sagt Weise. „Gerade im Hinblick auf die sinkenden Bewerberzahlen und den gestiegenen Konkurrenzkampf um die besten Anwärter zwischen den verschiedenen Länderpolizeien muss MV die Attraktivität des Berufes noch verbessern“, fasst der Landesjugendvorsitzende zusammen. „Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass die Zusage auch nach der Landtagswahl im September noch gilt“, spielt dieser den Ball dem Innenminister zu.

Einen Seitenhieb konnte sich Lorenz Caffier indes auch nicht verkneifen: „Schade, dass die Junge GdP MV nicht im Vorfeld das Gespräch mit der Direktorin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege gesucht hat. Dann hätte man besser informiert in eine Diskussion treten können“. Sebastian Weise kann diesen Vorwurf entkräften. Schon bevor es am 16. November die Absage des Lehrgangs gab, habe sich die GdP MV in einem Schreiben an das Ministerium gewandt und um Klarheit gebeten.

Damit die Ausbildung an der Güstrower Fachhochschule künftig gesichert ist, habe das Ministerium die Personalausstattung dieser mit zusätzlichen Dozentenstellen verbessert. Auch für neue Stellen in der Landespolizei habe man erfolgreich geworben. „Diejenigen, die ihre Aufstiegschance über den Aufstiegslehrgang nutzen wollen, bekommen diese Möglichkeit auch in Zukunft“, so die abschließende Zusage Lorenz Caffiers. Konkreter werden die Aussagen des Innenministers indes nicht – die Skepsis bei den Polizeibeamten also bleibt.

Kommentar von Caroline Weißert: Schritt für Schritt
Die Schaffung neuer Dozentenstellen ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung – bleibt nur die Frage, ob es auch ausreichend – akademisch ausgebildete – Beamte gibt, die diese Stellen ausfüllen können. Denn personelle Defizite in der Güstrower Fachhochschule lassen sich langfristig sicher nicht mit Beamten aus dem aktiven Dienst auffüllen. Im Hinblick auf die ohnehin schon knappe Personaldecke hieße dies, die Decke einfach nur in eine andere Richtung zu ziehen – die Probleme der Landespolizei wären damit aber längst nicht gelöst.
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