Linstow : Migration im Mittelpunkt

Johannes Herbst in der Museumsscheune in Linstow, die gerade komplett neu gestaltet wird
Johannes Herbst in der Museumsscheune in Linstow, die gerade komplett neu gestaltet wird

Neue Wanderausstellung im Wolhynier-Umsiedler-Museum in Linstow – der Verein will über Migrationshintergründe aufklären.

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23. Mai 2017, 08:00 Uhr

Johannes Herbst, Vorsitzender des Heimatvereins Linstow, hat am Internationalen Museumstag die Saison im Wolhynier-Umsiedler-Museum in Linstow eingeläutet. Dazu konnte der Verein als Träger des Museums eine komplett neu gestaltete Wanderausstellung in der Bildungsscheune auf dem Museumsgelände präsentieren. „Wir haben dabei das Thema ,Migration’ in den Mittelpunkt gerückt“, sagte Herbst bei der Eröffnung am Sonntag. „Migration gehört zum Leben dazu. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise wollen wir Jugendliche über Migrationshintergründe aufklären.“

Migration wird dabei am Beispiel der Geschichte der Wolhynien-Deutschen erklärt. „Das ist die Volksgruppe, die alle Formen von Migration mitgemacht hat: friedliche Besiedlung, Verbannung, Zwangsumsiedlung, Vertreibung und Enteignung“, zählt Herbst auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten einige Wolhynier nach einer langen Odyssee in Linstow. Das ehemalige Wolhynien liegt im heutigen Russland und in der Ukraine. Auf mehreren Tafeln schildert die neue Ausstellung die Migrationsgeschichte der Wolhynien-Deutschen von den Anfängen bis heute. „Die Ausstellung kann auch gerne bei uns ausgeliehen werden“, sagt Herbst.

„Es ist wichtig, die Erlebnisse an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben“, sagte Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) bei ihrem Besuch in Linstow am Sonntag. „Denn aus der Geschichte leiten sich Handlungsweisen für die Zukunft ab. Dem Heimatverein ist es zudem gelungen nach Flucht und Vertreibung aus der damaligen Sowjetunion und dem seelischen Schmerz des Schweigens in der DDR in den letzten 25 Jahren hier in Linstow ein Versöhnungswerk aufzubauen“, lobte die Ministerin und übergab dem Heimatverein einen Förderscheck über 5000 Euro.

Unterdessen arbeitet der Heimatverein am Umbau der Dauerausstellung in der Museumsscheune. Dafür gab es bereits 30 000 Euro Fördergelder vom Bund. „Damit kommen wir aber nicht ganz aus. Wir sind auch auf Spenden angewiesen“, sagt Herbst. Die Ausstellungsstücke im Museum sollen thematisch geordnet werden und eine neue Beschilderung erhalten. Auch eine Multimedia-Station soll entstehen. „Wir werden die Ausstellung komplett neu konzipieren“, sagt er. Fertig sein soll alles zum 25. Museumsfest am 1., 2. und 3. September in Linstow. Trotz Umbau ist das Museum weiter geöffnet.

Erstmals will der Heimatverein zudem eine museumspädagogische Fachkraft einstellen. „Dafür werden wir demnächst einen Förderantrag stellen“, sagt Johannes Herbst.  

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