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Kuchelmiss : Mieter fühlen sich im Stich gelassen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gemeindewohnungen in Kuchelmiß offensichtlich stark mangelhaft. Gemeinde sieht sich in Klemme zwischen Sanierung und Wegzügen.

von
erstellt am 02.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Der Ärger kochte hoch auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter: Mieter der DDR-Blöcke an der Serrahner Straße in Kuchelmiß fühlen sich im Stich gelassen.

Seit mindestens zehn Jahren sei nicht renoviert worden, wird gesagt. Die Fassade gammelt, die Betriebskosten stiegen immer mehr. Und das trotz einer Sanierung um 1995, als eine Zentralheizung eingebaut und die Fassade gedämmt wurde. Doch es gebe Mängel, die auch ein Gutachter bestätigt habe. Folge dieser Mängel seien Schimmelbefall in den Wohnungen, was ebenfalls gutachterlich bestätigt wurde. An den Fenstern laufe im Winter das Wasser runter. Doch die Wohnungsgesellschaft Krakow am See (Wokra), in deren Hände die Gemeinde ihre Wohnungen gelegt hat, wiegele ab. Man müsse nur ordentlich lüften…

Zum Überlaufen brachte das Fass der Empörung die Übernahme der Straßenreinigung Anfang des Jahres durch die Wokra. Ergebnis: „Noch nie war es so dreckig wie in diesem Jahr“, wird behauptet. Und: Der Preis dafür sei aus Sicht der Mieter auch noch überteuert. Dabei würden die Mieter das auch lieber selber machen wollen. Es seien ja nur Vereinzelte, die ihre Aufgabe da nicht erfüllten. Längst kommunizieren einige Mieter mit Wokra und Gemeinde über Anwälte.

Bürgermeister Peter Hildebrandt gibt zu: „Da ist einiges im Argen geblieben.“ Die Wohnungen stammten aus DDR-Zeiten, und ihrem Zustand entsprechend seien auch die Mieten gering. Bei manchen der angesprochenen Dinge hätten die Mieter Recht, andere „müssen nicht unbedingt Mängel sein“, so Hildebrandt. „Leider“, so der Bürgermeister, „hat uns die Wokra in den letzten Jahren etwas im Stich gelassen“. Was wohl daran gelegen haben mag, dass die mit sich selbst reichlich zu tun hatte, mutmaßt er. Dennoch: „Jede neu vermiete Wohnung haben wir aber vorher renoviert.“

Das Hauptproblem aus Sicht des Bürgermeisters: Bei den vom Gutachter aufgezeigten Mängeln stünden eine halbe Million Euro im Raum. Hildebrandt: „Die haben wir aber nicht.“ Die Gemeinde habe Altschulden, die auf den Blöcken lasten, „in monatlichen Größenordnungen“ zu tilgen. Und das, da Wegzug aus den Dörfern im Trend sei. „Die Verantwortung, dann noch zu investieren, will ich nicht tragen – und dann reißen wir ab!?“ 18 dieser Wohnungen stünden aktuell leer. „Hildebrandt: „Mein Wunsch wäre es, dass die Leute hier bleiben und die Häuser voll sind. Aber ich kann ja nicht blind durchs Leben gehen.“ Soll heißen: Auch ein Abriss der Blöcke – Hildebrandt verweist auf Langhagen – sei nicht undenkbar. „Ich hoffe, dass es nie so weit kommen wird. Aber wir sind zum Nachdenken gezwungen.“ Renovierung der Flure, Reinigung der Fassaden – das sind Dinge, die aus Hildebrandts Sicht bald gemacht werden sollten. „Ich werde das mit Herrn Ruhnau besprechen.“ Der neue Wokra-Chef sei ein Baufachmann, darauf setze er.

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