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Güstrow : Messer zerteilt Äste und entkrautet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zurzeit sind drei Mäh-Boote auf der Nebel unterwegs. Der Fluss gehört zu den am besten überwachten Gewässern in der Region.

Unser Güstrower Leser Dieter Schult sorgt sich im „Heißen Draht“ unserer Zeitung um die Qualität der Nebel, besonders in der Kreisstadt. Er sieht den niedrigen Wasserstand und das viele Kraut kritisch. Wir wollten vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StaluMM) Rostock wissen, wie die Behörde die Situation einschätzt.

„Die Nebel wird jährlich an vier Mess-Stellen und alle drei Jahre an sechs Mess-Stellen in ihrer Wasserqualität überprüft. Damit zählt der Fluss zu den am besten überwachten Gewässern im Amtsbereich“, hebt Amtsleiter Jean Weiß hervor. Die Wassergüte der Nebel werde seit Jahren als stabil und vergleichsweise gut eingeschätzt, betont er weiter. Alle Werte bewegen sich im Normalbereich. Weiß: „Weder für die organische Belastung noch für die Nährstoffe oder den Sauerstoffhaushalt lassen sich Probleme erkennen.“ Aktuell sei die Gewässergüte der Nebel, wie für die Sommermonate typisch, durch die hohen Wassertemperaturen und das Niedrigwasser geprägt, erklärt der Amtsleiter. Niedrigwasser werde schon seit Anfang Juni beobachtet. Niederschläge hätten sich selten auf den Abfluss ausgewirkt, so Weiß. Der Juni sei damit der vierte trockene Monat in Folge. „Die niedrigen Durchflüsse im Nebeleinzugsgebiet sind daher zweifelsfrei durch den fehlenden Niederschlag zu erklären“, schlussfolgert der Amtsleiter.

Der Krautwuchs im Fluss sei stark vom Witterungsverlauf im Frühjahr abhängig, erläutert er weiter. Der Krautaufwuchs in diesem Frühjahr war wegen der meteorologischen Bedingungen (Sonnenstunden, Temperatur) sehr stark. „Die Krautung erfolgt aber bedarfsgerecht, um den ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu sichern“, betont Jean Weiß. Sohl- und Böschungskrautung erfolgen zweimal jährlich. Die erste Krautung läuft, die zweite folgt Ende August bis Ende September. Bei starkem Krautwuchs schließt Weiß eine dritte Krautung nicht aus. Das Krautungsregime an der Nebel läuft seit 1994 in diesem Zeitfenster. Verschiebungen um 14 Tage seien möglich, so der Leiter. „Der dichte Krautwuchs verursacht im Sommer bei gleichzeitig niedrigen Abflüssen aber hohe Wasserstände in der Nebel, die insbesondere am Wildpark und im Rosengarten zu Ausuferungen führen könnten“, räumt Jean Weiß ein.

Aktuell sind auf der Nebel drei Mäh-Boote im Einsatz, die zuerst den Windbruch und dann das Kraut beseitigen. Heute war Holger Harz-Hindenburg mit einem Mäh-Boot am Rosengarten unterwegs. Harz-Hindenburg, der mit einer Urenkelin des Generalfeldmarschalls verheiratet ist, gab ordentlich Gas. Ein zwei Meter breites Doppelfingermesser zerteilte die Äste. Sie werden am Ufer gesammelt und abtransportiert. Das Kraut fließt bis zur Schleuse Richtung Neu Strenz. Dort steht ein Bagger, der es aus dem Fluss holt. Entscheidend für die Geschwindigkeit der Boote sind Wasserstand, Strömung und das Kraut, das nach Meinung von Harz-Hindenburg durch das veränderte Klima und Nährstoffe mehr geworden ist.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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