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Güstrower Anzeiger

19. November 2017 | 00:42 Uhr

Schule am Inselsee : Menschenrecht auf Bildung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

An Güstrower Schule am Inselsee einzige Integrationsklasse in Barlachstadt / Flüchtlingskinder lernen deutsche Sprache

von
erstellt am 26.Jan.2015 | 05:00 Uhr

Ein Sprachengewirr herrscht in dieser Schulklasse. Die zwölf Kinder kommen aus neun Nationen – aus dem Iran, Eritrea, der Ukraine, Polen oder Mazedonien. Deutsch ist Fehlanzeige. Doch das ist es, was die Kinder in der Integrationsklasse der Güstrower Schule am Inselsee unbedingt lernen müssen: die deutsche Sprache. „Nicht einfach. Eine große Herausforderung für die Kollegen“, sagt Schulleiterin Irmtraud Herrmann. Oft verständige man sich mit Händen und Füßen. Seit im Güstrower Waldweg ein Asylbewerberheim eröffnet wurde, existiert diese Integrationsklasse an der Inselseeschule – übrigens die einzige Klasse ihrer Art in Güstrow. Für Irmtraud Herrmann ist das Ziel klar: „Wir wollen hier das grundlegende Menschenrecht auf Bildung umsetzen.“

Die Integrationsklasse besuchen größtenteils Kinder von Asylbewerbern. „Einige sehen zum ersten Mal eine Schule“, sagt die Schulleiterin. Und sie kennt auch das Schicksal vieler dieser Kinder. „Sie haben Flucht und Vertreibung hinter sich, haben Grausames gesehen. Sie bringen Geschichten mit, die wir nie erleben wollen oder werden“, schildert Irmtraud Herrmann. Umso glücklicher ist sie mit der Reaktion der Kinder. „Sie sind sehr aufgeschlossen und dankbar für den Unterricht. Und sie mögen die Lehrer.“ Die Lehrer der Integrationsklasse sind Frank Hoppe, der Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, sowie Antje Teichmann. Sie erreichen die Kinder vor allem über die spielerische, die lebensnahe Ebene. Eingespielte pädagogische Konzepte müssten da schon mal über den Haufen geworfen werden. „Man lernt von- und miteinander“, sagt Irmtraud Herrmann.

Als einzige Güstrower Schule wurde die Inselseeschule – mit aktuell 523 Schülern die größte Schule in der Barlachstadt neben dem Brinckmangymnasium – für eine Integrationsklasse ausgewählt und bekommt dafür Sonderzuweisungen vom Schulamt. „Neben der sprachlichen auch eine organisatorische Herausforderung. Zum Glück haben wir qualifizierte Kollegen dafür gefunden“, sagt Irmtraud Herrmann. Die Zusammensetzung der Klasse ändert sich oft. Vor kurzem wurde in Sichtweite der Schule in der Südstadt eine neue Asylunterkunft eingerichtet. „Eine problemlose Nachbarschaft“, so die Schulleiterin. Auch von dort kommen die Kinder in die Inselseeschule.

Wer die Integrationsklasse absolviert und Grundkenntnisse in Deutsch hat, wird in eine normale Klasse integriert. „Das dauert bei uns so sechs bis acht Wochen“, sagt Irmtraud Herrmann. Die Eingliederung in eine normale Klasse sei wichtig. „Learning by doing“, sagt die Schulleiterin. „Im täglichen Umgang mit den anderen Kinder lernt man noch schneller.“  

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