Leistungsmelken : Melker stimmen sich auf Wettbewerb ein

Die Teilnehmer des 22. Melkwettbewerbes schauten sich gestern den Side-by-side-Melkstand in der Milchviehanlage in Plaaz an: Nico Frahm, Jaennette Agarius, Daniel Wähler und Nadine Bartzsch.
Die Teilnehmer des 22. Melkwettbewerbes schauten sich gestern den Side-by-side-Melkstand in der Milchviehanlage in Plaaz an: Nico Frahm, Jaennette Agarius, Daniel Wähler und Nadine Bartzsch.

Gestern Einweisung für 22. Leistungsmelken am 13./14. April in der Milchviehanlage Plaaz / 31 Facharbeiter und Auszubildende dabei

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01. April 2015, 06:00 Uhr

Bei belegten Brötchen und Kaffee waren die Melker und Melkerinnen gestern noch ganz entspannt. Ernst wird es erst in zwei Wochen. Jetzt traf man sich bei der Produktivgenossenschaft (PG) „Am Schmooksberg“ in Diekhof zur Einweisung für das 22. Leistungsmelken des Kontrollvereins Güstrow am 13./14. April in der Milchviehanlage in Plaaz. 31 Facharbeiter und Auszubildende haben sich für den Wettbewerb gemeldet.

„Wir rücken mit diesem Wettbewerb einmal den Berufsstand der Melker in den Mittelpunkt“, sagt Angelika Fraß vom Milchkontrollverein. Sie freut sich, dass auch diesmal wieder etliche Auszubildende dabei sind. „Das ist schön, denn mit dem Nachwuchs ist es nicht so einfach“, betont Angelika Fraß. Die Arbeitszeiten der Melker werden von jungen Leuten nicht als sonderlich attraktiv gesehen, weiß die Organisatorin des Wettbewerbs.

„Über diesen Wettbewerb lernt man über die Jahre verschiedene Betriebe kennen“, sagt Nico Frahm (38/GGAB Agrarbetrieb Groß Grenz GmbH). Er schätze außerdem den Erfahrungsaustausch untereinander. Für Jeannette Agarius (23/Griepentrog KG Steinhagen) ist es „der Spaß an der Freude“, aber auch die Möglichkeit am Rande des Wettbewerbs miteinander ins Gespräch zu kommen, verschiedene Techniken kennen zu lernen oder sich ein paar Tricks abzugucken. Daniel Wöhler (LWG Zahrensdorf mbH & Co KG) hat so schon jede Menge Erfahrungen gesammelt. Der 30-Jährige bereitet sich gerade auf seinen 14. Wettbewerb vor. „Ich habe schon als Lehrling angefangen“, berichtet er. Natürlich gehe es auch darum, sich im Vergleich mit den anderen Teilnehmern zu beweisen. „Letztendlich ist es ein Wettkampf“, betont auch Nadine Bartzsch (PG „Am Schmooksberg“ eG Diekhof). Die 21-Jährige genießt bei ihrem zweiten Wettbewerb Heimvorteil. Seit dem vergangenen Sommer arbeitet sie in Milchviehanlage in Plaaz.

Ganz gelassen beantwortete Anlagenleiter Ingolf Bohn gestern die Fragen der Melker. Seine Wettbewerbszeiten liegen lange zurück. In den 1980er-Jahren war er einst Kreismeister im Melken und auch Zweiter im Bezirkswettbewerb. Heute ist er für 300 Milchkühe in Plaaz verantwortlich. Nach der Modernisierung und Erweiterung der Stallanlage in den vergangenen zwei Jahren habe man jetzt einen Stand erreicht, der zufrieden mache. Milch der Klasse „S“ wird in Plaaz gemolken. Bei freiem Milchmarkt – ab heute gibt es die Milchquote nicht mehr – setzt die PG „Am Schmooksberg“ auf Quantität und Qualität. Ende des Jahres sollen 400 Kühe gemolken werden. 2016 werde dann auf 450 aufgestockt, informierte Ingolf Bohn.


Das Maß der Dinge: 160 Punkte


Wenn es am 13./14. April für die Melkerinnen und Melker ernst wird, soll jeder Handgriff sitzen. 160 Punkte – 40 für die Theorie, 20 für den Schalmtest und 100 für das Melken – sind dann das Maß der Dinge. Einen Tipp hatte Christine Weiß (Agrofarm Lüssow) gestern noch. „Nicht verzweifeln, wenn etwas schief geht. Die anderen sind auch nervös“, betonte die Bewerterin im Wettbewerb.

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