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Mühlengeez : MeLa im Zeichen des Tierschutzes eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Diskussion um die richtige Haltung von Schweinen, Hühnern oder Puten ist eines der bestimmenden Themen der Landwirtschaftsausstellung MeLa. Erstmals wurde die Messe von einer Protestaktion von Tierschützern begleitet.

Begleitet von Protesten hat die die größte norddeutsche Agrarmesse, die MeLa in Mühlengeez bei Güstrow, begonnen. Tierhaltung und Tierschutz sind in diesem Jahr die bestimmenden Themen der Messe. Auf der Landwirtschaftsschau präsentieren sich bis zum Sonntag mehr als 1000 Aussteller von Lebensmitteln, Landtechnik, Dienstleistungen sowie Tieren; die Rasse Deutsches Landschwein ist Tier der MeLa 2014.

Erstmals protestierten während der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung Tierschützer und Bürgerinitiativen gegen die Intensivtierhaltung. Am Randes des Messegeländes zeigten Vertreter des Tierschutzbundes und des Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarbetriebe“ großformatig Ausschnitte aus Filmen, die Tierhalter unerkannt vom Töten nicht lebensfähiger Ferkel aufgenommen hatten.

Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagte bei der Eröffnung der MeLa, er wolle solche Bilder nicht mehr sehen. „Ich wünsche mir, dass es zu einem Umdenken hin zu einer dem Tierschutz verpflichteten Landwirtschaft kommt“.

Während sich der Minister für das Verbandsklagerecht des Tierschutzbundes im Land einsetzt, lehnt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) dies ab. „Tun Sie nicht so, als brauchten wir das Verbandsklagerecht, um Tiere zu schützen“, sagte er dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Beide Seiten sollten lieber miteinander reden.

Schröder kritisierte während der Protestaktion tierquälerische Züchtungen. Puten, die nicht mehr stehen können, Hähnchen mit unnatürlich viel Brustfleisch und Sauen, die mehr Ferkel werfen, als sie Zitzen haben - „das ist Tierquälerei, die gesetzlich sanktioniert ist“, sagte er. Viele Landwirte seien selbst Opfer, da sie gar keine anderen Rassen mehr bekämen und Großbetriebe ihnen keine Luft ließen. Schöder warf Politikern vor, sich bei der Genehmigung von „Agrarindustieställen“ auf Gesetze zu berufen, ohne sich dafür einzusetzen, dass diese geändert werden. Zwar würden Anlagen wie die in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) mit mehr als 10 000 Sauen nicht direkt subventioniert. Die Asphaltierung von Straßen und deren Zulassung für Lkw sei aber eine versteckte Subventionierung.

Backhaus hielt dagegen: „Wir haben viel im Tierschutz erreicht.“ Anlagen wie in Alt Tellin dürften heute in Deutschland nicht mehr gebaut werden. Die umstrittenen Ferkeltötungen sollen durch einen Erlass beendet werden. Dazu sagte die Schweinezüchterin Dagmar Söhnholz aus Panzow (Landkreis Rostock), der Erlass spreche ausgebildeten Landwirten ab, lebensschwache Ferkel zu erkennen. Die neuen Regelungen mit dem aufwendigeren Tötungsprozedere trage nur zur weiteren Umstrukturierung in Richtung Großbetriebenbei. Für  Familienbetriebe wie ihren mit 280 Sauen und 1000 Mastplätzen seien die Kosten zu hoch. Zudem werde der Wettbewerb innerhalb der EU und selbst innerhalb Deutschlands verzerrt. „Das Problem ist, dass Tiere vermenschlicht werden“, meinte die Bäuerin.

Die Landwirte fuhren in diesem Jahr bei Getreide eine Rekordernte ein, wie das Agrarministerium mitteilte. Im Durchschnitt wurden 86 Dezitonnen Getreide je Hektar geerntet, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ernährungswirtschaft im Land wächst weiter, sagte Sellering. 40 Prozent des Exports kämen aus dieser Branche. Viele Betriebe seien aber vom russischen Importverbot betroffen. Deshalb sei es wichtig, dass der Gesprächsfaden mit Russland nicht abreiße, betonte er.

Programmauszug Mela 2014

Donnerstag, 11. September

Kleiner Vorführring:
• 9.15 bis 11.30 Uhr

Kinder-Mela
• 11.30 bis 12  Uhr Show der Jungzüchter
• 12 bis  15  Uhr Leistungswettbewerb der Landschafrassen
• 16 bis  17  Uhr Auszeichnung der Preisträger bei den Landschafrassen

Großer Vorführring
• 10 bis  11  Uhr  Eröffnung der 24. Mela mit Schaubildern der Zuchtverbände
• 12.30 bis 14  Uhr Show der Auszubildenden
• 14 bis 15  Uhr Präsentation der Rinder

Tierhalle 4 (Schweine)
• 14 bis  15.30 Uhr Leistungswettbewerb der Schweine

Freitag, 12. September 

Festzelt
• 10 bis  12.30 Uhr Landesbauerntag

Kleiner Vorführring
• 9.15 bis 11.30 Uhr Kinder-Mela
• 11.45 bis  16  Uhr Leistungswettbewerb der Fleischrinder
• 16 bis  16.45 Uhr Präsentation der Schafe
• 16.45 bis 17.30 Uhr Preisverleihung und Zuchtkritik der Fleischrinder

Großer Vorführring
• 9 bis  14  Uhr Landeselitestutenschau   Pferdezüchter MV
• 14.15 bis  16.15 Uhr, Schleppermeisterschaft
• 16.30 bis  18  Uhr Vorführung historischer Landmaschinen

Tierhalle 4 (Schweine)
• ab 11  Uhr Präsentation von Zucht- und Mastschweinen

 

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