Kriminalitätsstatistik : Mehr Straftaten im Landkreis

Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um 9 Prozent.
1 von 2
Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um 9 Prozent.

Polizeiinspektion legt ihre Statistik zur Entwicklung der Kriminalität im Landkreis vor.

von
25. April 2017, 21:00 Uhr

Eine ambivalente Bilanz des Kriminalitätsgeschehens im Landkreis Rostock zieht die Polizei für das vergangene Jahr. So weise der Landkreis im Landesmaßstab neben Ludwigslust-Parchim die geringste Kriminalitätsbelastung vor: auf 100  000 Einwohner kommen 5579 Straftaten. Die Gesamtzahl der Straftaten ist allerdings um 4,6 Prozent gestiegen – von 11  403 Straftaten im Jahr 2015 auf 11  928, und damit sieht die Polizeiinspektion Güstrow den Landkreis im Landestrend.


Delikte: starker Anstieg von Sexualstraftaten


Unterschiedlich entwickelte sich die Art der begangenen Straftaten. So gingen Diebstahlsdelikte um gut 5 Prozent auf 4287 registrierte zurück. Das betrifft jedoch nicht alle Regionen. So gab es eine Serie von Wohnungseinbrüchen, die schon 2015 begann und sich bis in den April 2016 hineinzog, mit Schwerpunkt im Amt Rostocker Heide.

Auffällig ist ein starker Anstieg von Sexualdelikten. Nach 87 im Jahr 2015 angezeigten Fällen waren es 2016 nunmehr 134. Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow: „Sehr wahrscheinlich hat hier ein verändertes Anzeigeverhalten, infolge einer verstärkten Sensibilisierung, mehr derartige Sachverhalte ins Hellfeld der Kriminalität gebracht.“ Immerhin 93,3 Prozent dieser Fälle hätten aufgeklärt werden können.

Fast ebenso stark ist die Rauschgiftkriminalität angestiegen. 555 angezeigte Delikte sind 187 mehr als noch 2016. Die Polizei wertet das als Erfolg, resultiere diese Zunahme doch nach ihrer Überzeugung aus polizeilicher Kontrolltätigkeit und sich anschließenden Ermittlungen, die oft genug weitere Delikte zum Vorschein brächten.

Im Bereich der Straßenkriminalität, in dem alle Straftaten zusammengefasst werden, die sich im öffentlichen Bereich ereignen, ist ein Rückgang zu verzeichnen gewesen (8,4 Prozent). „Dies dürfte, gemeinsam mit der für den Landkreis Rostock festgestellten geringsten Kriminalitätsbelastung im Land, allgemein positiv aufgenommen werden“, denkt Polizeihauptkommissar Frahm. Denn sowohl Kriminalitätsbelastung, als auch die Straßenkriminalität, könnten aus Sicht der Polizei der Bevölkerung einen Anhaltspunkt für das subjektive Sicherheitsgefühl bieten.

Bei Betrachtung der Fallgruppen im Hinblick auf die gestiegene Gesamtzahl ist festzustellen, dass diese insbesondere aus einem Anstieg im Bereich der Rohheitsdelikte, der sonstigen Straftaten und aus dem Bereich der Strafnebengesetze resultiert. Speziell sind hier einfache Körperverletzung, Nötigung, Hausfriedensbruch aber auch Rauschgiftdelikte zu nennen.


Täter: Ausländeranteil steigt um 1,6 Prozent


Etwas höher als im Land insgesamt (62,8 Prozent) sei die Aufklärungsquote der Beamten in Güstrow und Umgebung, die die Inspektion mit 63,7 Prozent angibt. Zugleich habe gegenüber dem Vorjahr (58,7 Prozent) die Aufklärungsrate deutlich gesteigert werden können.

Ein besonders interessierendes Kapitel dürfte unter dem Aspekt der Flüchtlingswelle, die nach dem Herbst 2015 bis ins Jahr 2016 hinein wirkte, die Herkunft der Tatverdächtigen sein. 5047 Tatverdächtige insgesamt wurden im Landkreis ermittelt. 582 von ihnen sind nicht deutscher Herkunft, damit stieg deren Anteil von 9,9 auf 11,5 Prozent. Bei den Herkunftsnationalitäten dominierten Syrien mit 150 und Polen mit 97 Tatverdächtigen. Tatverdächtige nicht deutscher Herkunft sind laut Polizeistatistik am häufigsten in den Deliktgruppen der Rohheits- und Diebstahlsdelikte vertreten – mit 13 bzw. 16 Prozent.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen