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Landwirtschaft : Mehr Platz, mehr Licht, mehr Luft

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kälber auf dem Hof der Claußen GbR in Laage sollen es künftig noch besser haben / Landwirt investiert in neuen Stall

Die Claußen GbR in Laage investiert in mehr Komfort für Jungrinder und in bessere, wirtschaftlichere Arbeitsbedingungen. Rund 300 Jungrinder leben auf dem Hof an der Polchower Chaussee. Zum Ende des Jahres sollen sie es noch besser haben.

„Mehr Platz, mehr Licht und mehr Luft“, fasst Landwirt Jörg Claußen (45) das Ziel der Investition zusammen. Vor 18 Jahren waren die Claußens aus Schleswig-Holstein nach Laage gekommen, übernahmen von einem Vorgänger den Betrieb mit alten Stallungen und weiteren Gebäuden. „Wir haben uns kontinuierlich weiterentwickelt. Als letztes war nun noch ein neuer Stall für die Nachzucht an der Reihe“, sagt Jörg Claußen und fügt hinzu, dass es vom Land eine Förderung gebe und auch die Bank – für Landwirte typisch die Volks- und Raiffeisenbank – mitspielen würde. „Anders wäre es nicht möglich“, sagt der 45-Jährige. Eigentlich gäbe es derzeit keinen Grund zu klagen. Auf rund 300 Hektar Acker und Wiesen sei hervorragendes Futter herangewachsen. Zu 90 Prozent werde es im eigenen Betrieb eingesetzt. Natürlich klagt auch der Laager Landwirt über fallende Preise bei Getreide. Andererseits würde sich die Entwicklung positiv auf die Preise für Futtermittel, die er zukaufen muss, auswirken.

Der Milchpreis – 33 bis 35 Cent für das Kilo – sei derzeit nicht berauschend. Im vergangenen Jahr gab es auch schon einmal 40 Cent pro Kilo. Auch befürchtet Jörg Claußen, dass es mit den von Rußland verkündeten Sanktionen noch problematischer werden könne. Die Claußen GbR liefert ihre Milch an Rückert nach Wismar. Der Käseproduzent, so erklärt Jörg Claußen, pflege Handelsbeziehungen nach Rußland und werde so von den Sanktionen direkt betroffen, er als Milchlieferant mittelbar.

Noch mehr Sorge aber bereitet dem Landwirt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir finden keine jungen Leute“, sagt er. An 365 Tagen im Jahr, am Wochenende und feiertags wolle kaum jemand arbeiten. „Das zwingt uns zur Automatisierung“, betont Jörg Claußen und verweist u.a. auf vier Melkroboter, die es seit 2009 im Betrieb gibt. „Damit wird es teurer“, fügt er hinzu. Auch sei die Entscheidung nicht von Vernunft getragen, sondern eher mangels Alternativen getragen. Die Anlagen müssten gewartet werden und man sei auf einen umfangreichen Service angewiesen. Falle der Melkroboter aus, müsse das Problem möglichst binnen einer Stunde gelöst sein – auch nachts, betont der 45-Jährige, der vier festangestellte Mitarbeiter auf dem Hof beschäftigt und darüber hinaus Familienmitglieder.

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