Flüchtlinge in MV : Mehr Plätze in Intensiv-Kursen

Alles Neuland: Flüchtlingskinder lernen Deutsch in Intensivkursklassen.
Alles Neuland: Flüchtlingskinder lernen Deutsch in Intensivkursklassen.

Viele Anfragen für Deutsch-Unterricht für geflüchtete Schulkinder in Güstrow

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04. November 2015, 21:00 Uhr

Aufgrund des anhaltenden Flüchtlingsstroms und der damit verbundenen steigenden Zahl von Kindern, die bislang kein Deutsch sprechen, musste die Kapazität der Intensiv-Kurse in Güstrow erhöht werden. Das war auf der jüngsten Stadtvertretersitzung aus dem Bericht des Bürgermeisters zu erfahren. Konkret bedeutet das, dass neben der Inselseeschule künftig auch Intensivkurs-Klassen an der Thomas-Müntzer- und der Fritz-Reuter-Schule angeboten werden. Das sei gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt, den Schulleitern, der Hortleitung und dem Bürgermeister besprochen und entschieden worden, sagt Gisela Karmann, Leiterin des Güstrower Schulverwaltungs- und Sozialamtes.

„Derzeit werden 64 Kinder an der Inselseeschule unterrichtet. Zwölf von ihnen in Intensiv-Kursen des Grundschul- und neun in Intensiv-Kursen des Regionalschulteils. Die übrigen 43 Schüler sind bereits integriert worden“, sagt Gisela Karmann und fügt hinzu: „Damit sind die Kapazitäten mehr als erschöpft.“ Da die Jungen und Mädchen in kleinen Klassen von sechs bis zehn Kindern unterrichtet werden, werden für die Deutsch-Kurse mehr Räume als im normalen Schulalltag benötigt. Diese stehen nun in den Räumlichkeiten des Fritz-Reuter-Hortes zur Verfügung. „Die Räume werden nur am Nachmittag für den Hort benötigt – vormittags stehen sie zur Verfügung“, erklärt Gisela Karmann.

Momentan fehlt hier noch eine entsprechende Lehrkraft für das Fach Deutsch als Zweitsprache, die vermutlich Ende November ihren Dienst aufnehmen wird, informiert Karin Kunze, Leiterin des Staatlichen Schulamts Rostock. „Wir haben alles vorbereitet, um die Kinder zu unterrichten und es gibt auch schon etliche Anfragen für weitere Plätze in unseren Schulen“, macht die Gisela Karmann deutlich, die gerade in dieser Woche erst die Anfrage für zwei weitere Schulkinder vorliegen hatte. Das unterrichten der Kinder sei eine zentrale Aufgabe. Deutschland habe eine Schulpflicht und so sei es selbstverständlich Kinder, die etwas lernen wollen, zu fördern, sagt Gisela Karmann weiter.

„Die Kinder sind sehr interessiert und begierig Deutsch zu lernen, das höre ich aus den Schulen immer wieder. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig und lernen oft auch spielerisch – auch Berührungsängste kennen sie nicht“, sagt Karmann, die von der Lernbereitschaft der Flüchtlingskinder immer wieder beeindruckt ist. „Ich erinnere mich noch genau an zwei Jungen, sieben und acht Jahre alt, die mit ihren Eltern zu mir kamen und viele Fragen zur Schule und dem Schülerausweis hatten. Sie haben das alles allein gemanagt, auch für ihre Eltern“, erinnert sich Gisela Karmann. Heute gehen die Jungs in die 3. und 4. Klasse der Inselseeschule. Ihre Integration habe gut geklappt.

Im Oktober sind entsprechende Kurse nun auch in Krakow am See und in Laage gestartet worden. Neben dem neuen Angebot in Güstrow sind im Landkreis Rostock auch für Bad Doberan zwei weitere Kurse in der Planung. „In beiden Fällen ist der Beginn von der Besetzung der Lehrkraft abhängig“, erklärt Schulamtsleiterin Karin Kunze.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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