Mehr Lebenszeit im Stau verbracht

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22. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Rostock hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 62 000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 7 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis noch rund 58 000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Gewerkschafter Jörg Reppin spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Mecklenburg. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge.

Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Landkreis Rostock mittlerweile gang und gäbe, weiß Reppin. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr bundesweit 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

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