Mehr Kinder - höhere Beiträge

Obwohl die Kosten eines Betreuungsplatzes in Kitas nahezu konstant bleiben, steigen im kommenden Jahr die Elternbeiträge und die Anteile der Kommunen im Landkreis Güstrow. Ursache: Die Förderung hält mit der steigenden Kinderzahl nicht mit. In den übrigen Kreisen im Lande ist eine ähnliche Entwicklung zu befürchten.

von
16. Dezember 2008, 12:59 Uhr

Güstrow | Die Kostenanteile für Eltern steigen nur gering, doch das Signal sei ein falsches: Eltern, schickt Eure Kinder in die Betreuung, dann kostet sie Euch mehr!? "Wenn wir in Mecklenburg-Vorpommern ein Kinderland sein wollen, müssen wir die Beteiligung der Eltern an den Kosten in Kindergarten, -krippe und Hort überdenken", sagt Rainer Boldt, stellvertretender Landrat. Sein Appell, gerichtet an das Land, kommt für das nächste Jahr zu spät. In der Barlachstadt Güstrow müssen Eltern monatlich für den Ganztagsplatz in der Kinderkrippe durchschnittlich 8 Euro mehr zahlen, für den Kindergartenplatz 4 und für die Hortbetreuung 2 Euro mehr. Die Gesamtsteigerung ist doppelt so hoch; die zweite Hälfte (und damit den kommunalen Mindestbetrag) zahlt die Stadt hinzu. In den Städten und Gemeinden der Ämter fällt die Steigerung ähnlich aus. Dabei seien, so Boldt, die Kosten der Träger kaum verändert.

Paradox erscheint die Ursache für die Beitragssteigerung: Mit mehr Menschen in Beschäftigung in den vergangenen Jahren sei auch die Nachfrage nach Kinderbetreuung gestiegen, erklärt Boldt. Die jährliche Steigerung der gesetzlichen Fördermittel durch Land und Kreis hielt damit nicht Schritt, betrage in Prozent vergleichsweise nur die Hälfte. Konkret: Entfielen 2007 7,05 Millionen Euro Förderung auf 5609 Kinder, so müssen sich die 7,09 Millionen 2008 voraussichtlich 5653 Kinder "teilen". Im kommenden Jahr werden, errechnet aus der Bevölkerungsprognose, laut Planansatz 5753 Plätze belegt sein, dafür stünden 7,13 Millionen Euro Förderung aus Land und Kreis zur Verfügung.

Den Dezernenten bedrückt eine weitere Tendenz, ganz entgegen den Arbeitsmarktzahlen: der hohe Anteil von Kindern, deren Betreuung in einer Kita zusätzlich bezuschusst wird. Für rund 2100 Kinder übernimmt der Landkreis die Elternbeiträge ganz oder teilweise. Mit einem Rechtsanspruch der Eltern, wie Boldt betont - etwa die vollständige Kostenübernahme für "Hartz-IV-Kinder". Insgesamt belaste diese zweite Förderung den kreislichen Haushalt im kommenden Jahr mit voraussichtlich 2,3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 betrug die Elternstütze aus sozialen Gründen durch den Landkreis insgesamt 600 000 Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen