Güstrow-Information : Mehr Besucher, weniger Geld

An 365 Tagen im Jahr für die Besucher der Barlachstadt und  die Güstrower bereit: die Kolleginnen der Güstrow-Information im Museum, hier Nikola Pukaß (l.) und Sylke Finck
An 365 Tagen im Jahr für die Besucher der Barlachstadt und die Güstrower bereit: die Kolleginnen der Güstrow-Information im Museum, hier Nikola Pukaß (l.) und Sylke Finck

Halbzeit eines Projektes: Güstrow-Information seit fünf Jahren im Museum / Tourismusverein und Stadt sehen gute Zwischenbilanz

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07. März 2014, 06:00 Uhr

Seit fünf Jahren betreibt der Tourismusverein das städtische Museum am Franz-Parr-Platz. Halbzeit eines auf vorerst auf zehn Jahre angelegten Projektes. Mit diesem gewährt die Stadt dem Verein die kostenfreie Anmietung der Foyer- und angrenzenden Büroräume für die Güstrow-Information. Im Gegenzug übernimmt der Trägerverein der Information die Aufsicht über das Museum. Zusätzlich bekommt der Verein, weil er ja im Interesse der Stadt wirken soll, von der Kommune alljährlich einen Förderbetrag in Höhe von 100 000 Euro. Nicht jeder Stadtvertreter war damals mit der Summe einverstanden, andere hatten die lange Bindungsfrist moniert, im Ergebnis hatte ein Drittel des Gremiums die Zustimmung verweigert. Doch zur „Halbzeit“ spricht die Vorsitzende des Tourismusvereins Güstrow, Anett Zimmermann, von einem guten Zwischenfazit.

Für die Beteiligten – Verein und städtisches Museum – habe sich der Einzug der Information und die Bewirtschaftung des Museums als „sehr gelungene Kombination“ erwiesen. Während die fachliche Museumsarbeit bei der Stadt verblieb, haben die Vereinsmitglieder die Aufsicht und über eine externe Firma die Reinigung des Hauses in ihrer Regie. Vier beim Tourismusverein fest Angestellte kümmern sich um die Gäste der Barlachstadt bei deren Suche nach Unterkunft, Kultur und Freizeitgestaltung in und um Güstrow. Dazu stellt der Verein möglichst jedes Jahr einen neuen Auszubildenden ein, sodass in der Regel drei Azubis zur Güstrow-Information gehören. „Damit kommen wir personell gut klar“, sagt Zimmermann und spricht von motivierten Kollegen. Immerhin 365 Tage im Jahr hat die Güstrow-Information geöffnet, auch an allen Feiertagen. Effekt für das Museum: Was sich früher in die allgemeine Montags-Museumsschließzeit einreihte, macht keine Wochentags-Pause mehr. „Das hätte die Stadt gar nicht leisten können“, meint Anett Zimmermann, die als Abteilungsleiterin für Marketing, Kultur und Tourismus in der Stadtverwaltung für den exakt passenden Aufgabenbereich zuständig ist.

Als Vorsitzende des Tourismusvereins würdigt sie das „sehr repräsentative Gebäude“, in dem die Güstrow-Information seit fünf Jahren beheimatet ist. Gut sicht- und erreichbar für die Gäste der Stadt, sei ein Synergieeffekt entstanden, der hoch zu schätzen sei. Und das Personal habe hier „sehr komfortable Arbeitsbedingungen“.

Allerdings, die Herausforderungen steigen an den Verein in seiner Rolle als Betreiber. Das sei nicht nur so dahergesagt, betont Zimmermann, schon allein auf die weiter steigenden Online-Buchungen verweisend. Und verschweigen will sie nicht, dass die jährlichen kommunalen Zuschüsse inzwischen nicht mehr die Personalkosten deckten. Hinzu komme der Umstand, dass der letzte geförderte Arbeitsplatz, speziell für die Museumsbetreuung bestimmt, jetzt auslaufe; fraglich sei, ob es neue geben wird. Auch schlage der Wegfall der Eintrittsgelder negativ auf die Bilanz des Vereins. Vereinbart war zwischen Stadt und Verein, dass die Eintrittsgelder beim Verein verbleiben. Vor zwei Jahren hatte sich der Tourismusverein vor dem Hintergrund weiter zurückgehender Besucherzahlen – von einst über 6000 auf 2010 nur noch 3700 – zum „Rostocker Modell“ entschlossen: Der Museumsbesuch ist kostenlos, man freut sich über Spenden. Letztere hielten sich jedoch in engen Grenzen, machten mit 1700 Euro jährlich nur gut ein Drittel der früheren Eintrittsgelder aus. Immerhin: Der erhoffte Effekt, wieder die Besucherzahlen zu steigern, setzte ein: von 4115 im Jahr 2011 über 4505 (2012) auf 4571 Museumsbesucher 2013.


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