Ehrensache : Meckern allein reicht nicht

Torsten Schumann setzt sich auch für mehr Bänke auf dem Marktplatz ein.
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Torsten Schumann setzt sich auch für mehr Bänke auf dem Marktplatz ein.

Torsten Schumann arbeitet in Behindertenbeiräten und als berufener Bürger der Stadtvertretung

svz.de von
25. Juli 2014, 23:00 Uhr

Wenn es um Belange von behinderten Menschen geht, kann Torsten Schumann aus Güstrow nicht weg sehen. Nicht nur darum engagiert sich der 48-Jährige seit Jahren im Beirat für behinderte und chronisch kranke Menschen der Barlachstadt Güstrow und im Behindertenbeirat des Landkreises Rostock. Sein ehrenamtliches Engagement besteht allerdings schon viel länger. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er in diesem Metier aktiv.

Vielleicht hat Torsten Schumann es mit „in die Wiege gelegt“ bekommen. „Unsere Familie war sehr sozial ausgerichtet. Es war wichtig sich für andere einzusetzen“, erzählt der Wahlgüstrower. Darum war es für ihn auch selbstverständlich, als 16-Jähriger in die Freiwillige Feuerwehr Kuhs einzutreten. Für eine Zeit war er stellvertretender Wehrführer und beendete sein Engagement erst, als dies durch gesundheitliche Probleme nötig wurde. Dies hielt Torsten Schumann aber nicht davon ab, als Ersatzschöffe am Güstrower Jugendgericht zu wirken oder dann eben 2007 ein Gründungsmitglied des Behindertenbeirates der Stadt Güstrow zu werden. „Ich bin selbst Betroffener und möchte mich in Güstrow für Menschen einsetzen, die sozial oder körperlich benachteiligt sind“, erklärt Torsten Schumann.

Der gebürtige Güstrower erlebte seine Kindheit in Kuhs. Von Beruf ist er Instandhaltungsmechaniker, arbeitete als Kraftfahrer und Traktorist in der LPG in Kuhs. Dort lernte er seine spätere Ehefrau Carola kennen. Nach der Wende musste auch er sich umstellen. Zuerst beim Frischedienst tätig, wurde er später Versicherungsmakler. Soweit es seine Gesundheit zulässt, arbeitet Torsten Schumann auch heute noch in dieser Branche.
„Wenn du was verändern willst, dann tu es“, so seine Devise. Bei der Tochter in der Schule arbeitete er im Elternbeirat mit, ist heute in der Stadtvertretung als parteiloser berufener Bürger für die Fraktion „Die Linke“ aktiv. Barrierefreiheit wünscht er sich beispielsweise in der Stadt – meckert nicht nur, sondern versucht auch, daran mitzuwirken. „Jede Barriere ist eine zu viel“, weiß er. Dabei seien nicht nur die sichtbaren, sondern auch die Barrieren im Kopf gemeint. Hier müsse noch vieles getan werden.

Er würde sich freuen, wenn es mehr Bänke in Güstrow gäbe, insbesondere auf dem Marktplatz. Torsten Schumann weiß selbst, wie es ist, wenn man nicht mehr stehen kann. Schon oftmals musste er dann auf einem der Fahrradständer Platz nehmen um kurz zu verschnaufen. Also wird sich der aktive Güstrower auch weiterhin für das einsetzen, was es zu verändern gilt.



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