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Güstrower Forst : Maultiere im Güstrower Stadtforst

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zum Holzrücken greift Förster Holger Michel auf neue und traditionelle Methoden zurück.

Holzrücken im Wald wie es früher war und wie es heute meist betrieben wird, konnte man in diesen Tagen im Güstrower Stadtwald beobachten. Auf dem 320 Hektar großen Mischbestand zwischen Güstrow und Glasewitz kamen ein Harvester und ein Forwarder zum Einsatz, im Wald der Heidberge dagegen ganz traditionell Pferde.

Zur Barlachstadt Güstrow gehören 1249 Hektar Wald. Er ist nicht nur ein von Wanderern und Joggern gern genutztes Ziel, sondern stellt auch einen wirtschaftlichen Faktor im städtischen Haushalt dar. Für die Bewirtschaftung ist Förster Holger Michel mit zwei Mitarbeitern zuständig. Nach einem von Fachleuten erstellten externen Gutachten darf die Stadt innerhalb eines Zehn-Jahres-Plans insgesamt 62 000 Festmeter Holz schlagen. In diesem Jahr „schneidet“ Michel von diesem Kontingent eine Scheibe von über 6000 Festmetern ab. Zirka 60 Kubikmeter hat der Harvester dabei im Wald zwischen Güstrow und Glasewitz geschlagen. „In diesem Bestand kann ich gut mit der modernen Technik arbeiten. Die Brandschneisen, die wegen der nahen Bahnlinie angelegt werden müssen, können sowohl vom Harvester als auch als Rückegasse für den Forwarder genutzt werden“, erläutert Michel. Der Rückezug sammelt die Stammabschnitte auf und legt sie in separaten Stapeln für die Sägeholzindustrie, für Spanplatten oder für die Produktion von OSB-Platten ab.

Ein paar Kilometer weiter im 342 Hektar großen Waldgebiet der Heidberge kommt traditionelle Technik zum Einsatz. Achim Rensch und zwei Mitarbeiter von der Reit- und Fahrtouristik Lychen sind mit der polnischen Kaltstute Betty sowie den beiden Maultieren Umena und Attika angereist, um die im Wald verstreuten Hölzer an den Müllerweg zu ziehen. „Nicht überall lässt sich moderne Technik zum Holzrücken einsetzen. Auf Pferde wird dabei nicht nur wegen der Tradition zurückgegriffen, die Arbeit mit ihnen ist auch schonender gegenüber dem Bewuchs und dem Boden“, sagt Michel. Übrigens kam in diesem Waldstück auch der Harvester nicht zum Einsatz. „Das Holz geschlagen haben meine beiden Mitarbeiter und Kameraden der Feuerwehr, die im Rahmen einer Übung Trennschnitte und Fälltechniken geprobt haben“, erzählt der Stadtförster. Für Rensch sind die Waldeinsätze mit den Pferden eine willkommene Saisonverlängerung. „Wir bieten in unserer Firma Reittouristik, Kremserfahrten und Fahrausbildung an. Außerhalb der Touristiksaison setzen wir unsere Maultiere zum Holzrücken und Kulturpflügen im Wald ein“, erklärt er. 

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