Kirch Kogel : Mastanlagen-Protest in Schweinchenrosa

Einig im Kampf gegen die Schweinemast-Anlage: Jörg Mücket und Freia Starr von der Bürgerinitiative sowie Corinna Cwielag, BUND-Landesgeschäftsführerin (v.l.)
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Einig im Kampf gegen die Schweinemast-Anlage: Jörg Mücket und Freia Starr von der Bürgerinitiative sowie Corinna Cwielag, BUND-Landesgeschäftsführerin (v.l.)

Gegner der Schweinemast-Anlage in Suckwitz machen mobil. Genehmigungsverfahren kurz vor Abschluss. Gravierende Auswirkungen auf Umwelt befürchtet.

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27. Februar 2018, 21:00 Uhr

„Es ist noch nicht vorbei!“ steht auf den Plakaten der Schweinemast- Gegner, heißt: Ihr sechsjähriger Kampf gegen die von Landwirt Thomas Schulz in Suckwitz geplante Schweinemastanlage mit rund 8000 Tierplätzen (SVZ berichtete) geht in die heiße Phase. Das Genehmigungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss. Nur noch bis zum 5. März liegen die Antragsunterlagen im Amt Güstrow-Land sowie im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock aus. Nur noch bis 5. April dürfen schriftliche Einwendungen gegen das Großvorhaben eingereicht werden. Grund genug für die Gegner erneut die Einwohner der Gemeinde Reimershagen zu motivieren, gegen die Schweinemast-Anlage vorzugehen. Bei einem Infoabend platzte jetzt der Kornspeicher in Kirch Kogel aus allen Nähten.

Vor dem Eingang des Kornspeichers steht ein großes X in Schweinchenrosa, wie überall in der Gemeinde. Das Zeichen der Schweinemast-Gegner. Im Kornspeicher hängen große Transparente. „Tourismus statt Tierfabrik“ oder „Keine Schweinemast in Suckwitz“ ist darauf zu lesen. Eingeladen haben die Bürgerinitiative gegen Schweinemast in Suckwitz, die BUND-Ortsgruppe Bresenitz, der Verein „Natur, Tourismus, Landwirtschaft – Gesundes Dorf Reimershagen“ und auch der BUND Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag ist vertreten. Vertreter dieser Vereine und Initiativen referieren, prangern das geplante Vorhaben an. Unter den Zuhörern im Kornspeicher ist auch Landwirt Thomas Schulz, der von Michael Fengler vom Verein „Gesundes Dorf Reimershagen“ sogar extra begrüßt wird.

„Die geplante Anlage hat gravierende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“, sagt Fengler und hat damit den Großteil der Zuhörer hinter sich. Fengler ist beeindruckt, dass fast 80 Gäste gekommen sind. „Eine beachtliche Zahl in der nur dünn besiedelten Region“, sagt er.

Es wird konkreter: „In einer besonders schützenswerten Landschaft sollen in vier Stallgebäuden bis zu 25 000 Schweine pro Jahr gemästet werden, die rund 14 Millionen Liter Gülle und Abwasser produzieren“, führt Corinna Cwielag aus. Die Vortragenden befürchten mehr Schwerlastverkehr auf den Landstraßen wegen der Tier-, Futter- und Gülletransporte, Verunreinigungen des Grundwassers, Schäden an der empfindlichen Natur der Umgebung der Anlage und drastische Wertverluste für ihre Häuser und Ferienwohnungen, wenn die Schweinemast-Anlage inmitten der Naturparkregion Nossentiner/ Schwinzer Heide genehmigt werden sollte. „Zudem gibt es Fehler und Widersprüche in den Antragsunterlagen, was die Verkehrsbelastung, die Ausbreitung von Stickstoff oder von Schadstoffen wie Ammoniak und Keimen betrifft“, unterstreicht Freia Starr von der Bürgerinitiative.

In der Diskussion wird deutlich: Viele haben Angst um ihre Region. In zahlreichen Wortmeldungen kritisieren Gäste des Abends den Verfahrensverlauf, den Landwirt, die geplante Haltungsform und den Standort für die Anlage. Klar wird ebenfalls, dass viele Anwohner rechtlich gegen das Bauvorhaben vorgehen wollen.

Landwirt Thomas Schulz sucht im Anschluss das Gespräch mit den Veranstaltern. Die Schweinemast-Gegner rufen dazu auf, noch möglichst viele Einwendungen gegen das Vorhaben einzubringen. Denn: „Es ist noch nicht vorbei!“

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