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Stadtwerke erhöhen Strompreis : Massive Preissteigerung bei Strom in Güstrow

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Die Stadtwerke Güstrow erhöhen 2013 den Strompreis. Pro Jahr könne das bis zu 250 Euro sein. Grund sind u.a. die Auswirkungen des EEG-Gesetzes. Das wurde beim Informationstag "Energiewende für Hausbesitzer" deutlich.

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2012 | 11:58 Uhr

Güstrow | Besucher wie Joachim Tauscher aus Bölkow, die am Sonnabend zum Informationstag "Energiewende für Hausbesitzer" der neu gegründeten Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU ins Bürgerhaus Güstrow kamen, wollen Energie sparen und ihren privaten Haushalt möglichst entlasten.

Wie recht sie damit tun, betonte Edgar Föniger, Geschäftsführer der Stadtwerke Güstrow. Denn Föniger kündigte für die Kreisstadt ab 2013 "massive Preissteigerungen für Strom" an. "Je nach Bedarf und Verbrauch können das bis zu 250 Euro mehr im Jahr sein", sagte er im SVZ-Gespräch. Im November würden alle Kunden angeschrieben und informiert, so Föniger. Umso mehr sei Sparen angesagt und das große Thema, so der Geschäftsführer. Föniger betonte allerdings, dass der Strompreis nicht steigen müsste. Grund seien die EEG- und Offshore-Umlage sowie die höheren Netzentgelte, das sei das Entscheidende. "Das haben wir aber nicht zu verantworten. Wir kaufen Strom optimal ein", so Föniger weiter. Umso unverständlicher ist für ihn, dass ein einheimischer Energieerzeuger - nach SVZ-Informationen das Bioenergiewerk Nawaro - sogar rückwirkend für 2011 keine Netzentgelte zahlen müsse. Darauf habe er, Föniger, auch schon Bürgermeister Schuldt hingewiesen.

MIT der CDU fordert EEG-Gesetz-Reform

In die gleiche Kerbe haut Günter Wünschmann, stellvertretender MIT-Kreisvorsitzender. Er fordert: "Der enorme Sprung der Ökostrom umlage von 3,59 auf 5,277 Cent je Kilowattstunde führt die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) eindrucksvoll vor Augen. Ein Anstieg von knapp 50 Prozent der auf den Strompreis aufgeschlagenen Umlage zur Förderung von Wind- und Solarstrom muss der Bundesregierung ein eindringliches Alarmsignal sein, das EEG rasch und entschlossen zu überarbeiten." Es dürfe nicht sein, dass Kleinunternehmer, Handwerker und Verbraucher die Zeche bezahlen, während sich Besserverdiener die Photovoltaikanlage auf ihrem Einfamilienhäuschen über die Stromrechnung aller finanzieren lassen, so Wünschmann. "Jetzt kommt es darauf an, zügig ein tragfähiges Gesetz vorzulegen, welches ein weiteres Ausufern der Energiekosten verhindert", unterstreicht Günter Wünschmann.

Hausbesitzer verpassten Chance

Bei der Brisanz der Situation räumte Wünschmann seine Enttäuschung über die nur spärliche Besucherzahl bei dem Infotag ein, zumal es die erste Veranstaltung der MIT war. Er vermutet aber auch, dass das gute Wetter daran schuld war. Wünschmann: "Damit verpassten die Hausbesitzer aber die Chance, sich kompakt darüber zu informieren, wie Energiekosten deutlich gesenkt werden können." Alles in allem sei es aber trotzdem eine sehr informative und durch die qualifizierten Referenten, die den Gästen auch in Einzelgesprächen zur Verfügung standen, gelungene Veranstaltung gewesen, schätzte Wünschmann ein. Dabei ging es um effiziente Heizmöglichkeiten, erneuerbare Heizmaterialien und Beratung bei der energiesparenden Sanierung bis hin zu sehr günstigen Darlehen und Fördergeldern. Vorgestellt wurden u.a. verschiedene Kaminöfen, Möglichkeiten der Kostenersparnis durch Heizen mit Holzpellets, einschließlich der Erläuterungen für die erforderliche Anlage, und um Kombinationen von Sonnenenergie mit Gas. Stadtwerke-Geschäftsführer Föninger unterstrich die Bemühungen eines kommunalen Energieversorgers mit Erläuterungen zur "grüne Energie" in Güstrow.

Joachim Tauscher, der ein Haus von 1862 bewohnt, resümierte: "Wir haben natürlich schon einige getan, um Energiekosten zu sparen. Zu Kaminen und Solaranlagen haben wir interessante Informationen bekommen. Ebenso zur Finanzierung." Der 70-Jährige ging daher zufrieden nach Hause.

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