Güstrow : Maschinen mit Charakter

Vereinsvorsitzender Volker Klewinghaus (r.) begrüßt zwei MZ-Fans aus Teterow: Christoph Hübner, und Sebastian Tescher.
Foto:
1 von 2
Vereinsvorsitzender Volker Klewinghaus (r.) begrüßt zwei MZ-Fans aus Teterow: Christoph Hübner, und Sebastian Tescher.

17. MZ-Treffen brachte Motoradfans in Güstrow zusammen.

von
28. Mai 2017, 20:30 Uhr

Es ist eine Marke, die sie verbindet. MZ steht für Motorräder, die im VEB Motorradwerk Zschopau in Sachsen und Nachfolgeunternehmen gebaut wurden. MZ ist Kult, ist Leidenschaft, ist Charakter erzählen die Fans, die sich am Wochenende in Güstrow trafen. Viele kennen sich seit Jahren.

So ist beispielsweise Imke Siemens aus Hamburg keine Unbekannte in Güstrow, als Fachfrau wird die Ingenieurin gehandelt. Wer etwas über Motorräder und MZ wissen will, sollte mit der 52-Jährigen sprechen. Seit 1984 fährt sie MZ, startete mit einer ETZ 250 – ein Ostmotorrad, das auch im Westen zu haben war. Den Floh mag ihr Vater ihr ins Ohr gesetzt haben. Sie blieb dabei und kaufte u.a. 1991 in Schwerin eine TS 250 für 150 DM von der Polizei. Es ist ein Modell, das Abschnittsbevollmächtigte (ABV) fuhren und mit dem sie nach Güstrow kam. „Danach flogen mir die Maschinen nur so zu“, erzählt sich scherzhaft. Eine MZ zu fahren war in Zeiten zweier deutscher Staaten eindeutig gegen den Mainstream, gesteht die Hamburgerin. Das habe es für sie aber nur noch reizvoller gemacht. Auch heute stehen ihre Motorräder nicht rum. Sie werden im täglichen Leben benutzt.

Eine Leidenschaft für Oldtimer insgesamt gestehen Christoph Hübner (32) und Sebastian Tescher (33) aus Teterow. Sie saßen am Sonnabend beide auf einer MZ ES 150. „Das sind noch Maschinen mit Charakter. Sie haben ihre Eigenheiten“, versucht Christoph Hübner die Leidenschaft zu erklären. „Es sind Klassiker mit Wiedererkennungswert, solide gebaut. Daran kann man noch rumschrauben“, fügt Sebastian Tescher noch schnell hinzu, bevor sich ein Tross von vielleicht 110 Motoradenthusiasten zur einer Tour durch Mecklenburg aufmachten.

Es war das 17. MZ-Treffen in Güstrow. Seit 25 Jahren gibt es den Motorsportverein Güstrow, erzählt Vorsitzender Volker Klewinghaus. Ob weitere folgen ist offen. Der Verein befinde sich im Umbruch: die Alten wollen nicht mehr und die Jungen können sich noch nicht entscheiden, ob sie das Ruder übernehmen, erklärt Klewinghaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen