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Weihnachtsmarkt Güstrow : Markthändler scheren aus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wochenmarkt erstmals nicht Teil des Weihnachtsmarktes / Gewerbeverein gehen Einnahmen verloren / Weihnachtsbeleuchtung auf Kippe

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Seit Jahren ist der Gewerbeverein Güstrow damit beauftragt, für die Stadt den Weihnachtsmarkt zu organisieren. So auch wieder dieses Jahr vom 9. bis zum 20. Dezember. Bisher war auch immer der grüne Wochenmarkt in die zweiwöchige Veranstaltung auf dem Marktplatz integriert – doch dieses Jahr erstmals nicht. Das beschloss jetzt der Hauptausschuss der Barlachstadt und kam damit einer Forderung der Markthändler nach. Das könnte wesentliche Folgen für den diesjährigen Güstrower Weihnachtsmarkt haben.

In mehreren Schreiben hatten die Markthändler die Stadt gebeten, nicht mehr in den Weihnachtsmarkt integriert werden zu wollen und den Wochenmarkt separat auf der Nordseite des Marktes stattfinden zu lassen. Grund: zu hohe Standgebühren. Dem organisierenden Gewerbeverein gehen dadurch jetzt wichtige Einnahmen verloren. Der Vorsitzende Axel Wulff wirft den Markthändlern vor, das „Solidaritätsprinzip“ zu verletzten. Und er geht noch einen Schritt weiter: „Das könnte bedeuten, dass wir in diesem Jahr keine Weihnachtsbeleuchtung in Güstrow haben.“

Wulff ist sauer über den Vorstoß der Markthändler. „Wir machen diesen Weihnachtsmarkt für die Güstrower und ihre Besucher. Wir wollen Güstrow zum Leuchten bringen und eine schöne Atmosphäre schaffen. Dafür sollten alle an einem Strang ziehen, auch die Markthändler“, sagt er. Denn auch sie würden davon profitieren, wenn alles weihnachtlich beleuchtet sei.

Die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt oder vielmehr die Kosten dafür war in der Vergangenheit schon öfter ein Streitpunkt in Güstrow. Der finanzielle Aufwand sei immens, so Wulff. „Das kostet 12 000 Euro. Deshalb wird auch jeder Groschen benötigt.“ Das Solidaritätsprinzip habe über Jahre gut funktioniert. Dass jetzt eine Gruppe ausschere, nennt Wulff verwunderlich.

Doch die Markthändler argumentieren mit den Kosten. Während des Weihnachtsmarktes müssen sie die Standgebühren nicht wie üblich an die Stadt, sondern an den Gewerbeverein entrichten. Denn die Stadt gewährt dem Gewerbeverein für die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes Sondernutzungsrechte. Während der Zeit des Weihnachtsmarktes sind demnach keine anderen Veranstaltungen, Märkte und Sondernutzungen für den Verkauf von Erzeugnissen und Imbiss oder Einrichtungen, die man üblicherweise auf Jahrmärkten vorfindet, im Bereich des Sanierungsgebietes Altstadt zugelassen. Von dieser Regelung sind dieses Jahr erstmals die Händler des Wochenmarktes ausgenommen. In ihrem Schreiben, das SVZ vorliegt, führen sie an, dass sie während des zweiwöchigen Weihnachtsmarktes nicht nur ihre Stammplätze verlassen, sondern auch 5 Euro statt der üblichen 1,90 Euro je Meter Frontlänge für ihre Stände bezahlen müssten. Das wolle man nicht mehr mitmachen.

Dem widerspricht Wulff. „Das stimmt nicht. Die Markthändler bezahlen drei Euro pro laufendem Meter, inklusive Strom“, sagt er. Zudem übernehme der Gewerbeverein die Kosten für Strom und Wasser während des Weihnachtsmarktes. „Wir haben die Markthändler immer fair behandelt und eingebunden“, sagt Wulff. Am 2. November kommt der Gewerbeverein zu seiner Vorstandssitzung zusammen. Dann soll besprochen werden, ob es dieses Jahr eine Weihnachtsbeleuchtung in Güstrow geben wird oder nicht.  

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