Brandruine Güstrow : Markt 30: Riesiger Aufwand für alte Fassade

Die Gerüstbauer André Kwiatkowski (l.) und Frank Rebenstorff besprechen die Aussteifung des Gerüstes am Gebäude Markt 30 in Güstrow.
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Die Gerüstbauer André Kwiatkowski (l.) und Frank Rebenstorff besprechen die Aussteifung des Gerüstes am Gebäude Markt 30 in Güstrow.

Aufräum- und Abrissarbeiten bei Brandruine am Markt 30 in Güstrow - Klassizistische Fassade vor allen Eventualitäten zu schützen.

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17. März 2016, 21:00 Uhr

Auf eine Baugenehmigung wartet Investor Andreas Heyder noch immer. Ein „vorzeitiger Baubeginn“ ermöglicht es ihm aber mit dem Abriss der ruinösen Anbauten am Markt 30 in Güstrow zu beginnen. Heyder plant für beide Grundstücke (Markt 29 und 30) elf Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten


Schäden durch Feuer, Löschwasser, Wetter


Schon in der vergangenen Woche wurde ausgeräumt. Mit dem Bagger, so erklärt Heyder, wird der Müll sortiert und dann abgefahren. Gleichzeitig werde mit riesigem Aufwand die Fassade zum Markt abgefangen. Das sei notwendig, um ihren Bestand zu sichern, betont der Bauherr. Denn auch die durch Feuer geschädigte Fachwerk-Mauer müsse weggenommen werden. „Erst nach und nach wird man sehen, was geht und was nicht“, sagt Heyder und denkt dabei auch an die Schäden, die durch das Löschwasser entstanden. Am 14. August 2014 war das Nebengebäude Markt 29 bei einem Großbrand vollständig zerstört worden und musste abgerissen werden. Auch das Haus Markt 30 war dabei stark in Mitleidenschaft gezogen worden (SVZ berichtete). Eineinhalb Jahre sei das Gebäude darüber hinaus jedem Wetter ausgesetzt gewesen, so Heyder. Ob es am Ende wirklich gelinge, das Haupthaus zu erhalten und zu sanieren, lässt der Bauherr lieber offen.

Wenn alles, was aus den Gebäuden heraus geräumt wurde, abgefahren ist, könne mit dem Abriss der Hinterhäuser begonnen werden. Dabei macht Heyder noch auf einen Schornstein aufmerksam, der zum Haus gehört, aber quasi auf dem Nachbargrundstück steht. Im Einvernehmen mit dem Nachbarn – die Pfarrkirchengemeinde – sei ein Gerüst aufgestellt worden. „Der Schornstein muss per Hand abgetragen werden. Anders geht es nicht“, sagt der Bauherr. Insgesamt rechnet er noch mit viel Handarbeit bei den gesamten Abrissarbeiten. Es könne zwei, drei Monate dauern.


Zielstellung: Rohbau bis Herbst fertig


Im Bauantrag sei formuliert, dass in der alten Kubatur – 10 mal 15 Meter – ein Haus wieder hergestellt wird. Das gelte auch für das Nachbargrundstück, das in der Vergangenheit komplett bebaut war und dies auch wieder sein wird. Der Neubau werde wieder ein Spitzdach, aber um ein Geschoss höher sein als der historische Vorgängerbau, der den Flammen zum Opfer fiel. Die Vergrößerung nach oben ergebe sich aus Wirtschaftlichkeitsaspekten. Beide Gebäude sollen über einen gemeinsamen Fahrstuhl erschlossen werden, erklärt Heyder. Diesen Komfort müsse man künftigen Mietern bieten. Im Aussehen werde sich das neue Gebäude an den Vorgängerbau anlehnen. „Zuerst hatten wir einen Fachwerkgiebel vorgesehen. Dieses historisierende Element aber war nicht gewollt“, erzählt der Bauherr. Sein Ziel ist es, mit dem Rohbau zum Herbst fertig zu sein, damit über den Winter der Innenausbau erfolgen kann.

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