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ins atelier geschaut : Markenzeichen: experimentieren

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zu Besuch bei der Malerin Kathrin Wolbring-Wagner in Schwaan / Viele Motive findet sie in Ostseenähe und ihrer Heimatstadt

Eigentlich hätte es Kathrin Wolbring-Wagner wissen müssen. Als die Familie vor zehn Jahren ein Eigenheim in Schwaan baute, bestand sie auf einem eigenen Arbeitsraum. Sie bekam ihr auch als Ausstellungsraum genutztes Atelier, aber das platzt nun schon aus allen Nähten. Die Künstlerin ist produktiv. An den Wänden finden sich kaum freie Flächen, auf Tischen liegen Glasschmuckarbeiten und zu Dekorationszwecken umgeschmolzene Glasflaschen. „Ich bin immer froh, wenn ich wieder einige Arbeiten in eine Ausstellung geben kann, dann wird hier etwas Platz“, sagt die Mittvierzigerin. Zurzeit hängt eine Auswahl ihrer Bilder in einer Rostocker Physiotherapiepraxis, Ende Juni ist eine weitere Ausstellung in einer Arztpraxis in der Hansestadt geplant. Auch die Bützower konnten während einer Präsentation im Krummen Haus Einblicke in ihr Schaffen gewinnen. Seit fast 20 Jahren vertreibt die Warnemünder Galerie Möller ihre Aquarell- und Acrylbilder. „Besonders gut gehen bei Touristen Bilder mit Landschaften, die werden auch von Kreuzfahrern gern nachgefragt“, weiß die Malerin, die ihre Motive bevorzugt in der Ostseenähe findet, aber auch in der Kleinstadt, in der sie lebt.

In Rostock geboren, wuchs Kathrin Wolbring-Wagner in Schwaan auf. Ihre Großeltern waren zwei in der Stadt bekannte Ärzte, die in ihr die Liebe zur Kunst weckten. Nicht vergessen hat sie den Spruch, mit dem der Großvater Lob und Motivation zum Weitermachen ausdrückte. „Wenn ich ihm als Kind etwas gezeigt habe, hat er immer gesagt: Es ist gut, aber noch nicht fertig“, schmunzelt Kathrin Wol-bring-Wagner und ertappt sich mitunter dabei, ihre Arbeiten heute noch nach diesem Satz zu bewerten. Allerdings liegt das auch daran, dass sie als Künstlerin zunehmend experimentiert.

Stand am Anfang die Aquarellmalerei, so hat sie sich seit fünf Jahren verstärkt der Acrylmalerei zugewandt. „Da kann ich großflächig mit dem Spachtel arbeiten“, sagt sie. Gelegentlich mischt sie etwas Ostseesand unter die Farbe, um Struktur in das Bild zu bekommen. Sie fertigt Collagen mit Jute und Wellpappe und ist offen für Neues. So hat sie im Brennofen so lange mit Flaschen experimentiert, bis die nach ihren Wünschen geschmolzen waren. Versehen mit kleinen Mosaiksteinen und einer Edelstahlaufhängung im Flaschenhals entstehen so begehrte Dekorationsstücke.

Experimente wagt Kathrin Wolbring-Wagner auch mit den Motiven. Neben klassischen Landschafts- und Blumenbildern stehen da auch abstrakte und gedankentiefe Arbeiten.

Ihre ersten Kritiker – ihr Mann und die drei jetzt 17, 15 und elf Jahre alten Jungs – spendeten ihr viel Lob für ihre jüngste Arbeit, den mit Acryl gespachtelten Pappdruck „Gegen den Strom“.

Sehr gern gibt Kathrin Wolbring-Wagner ihr Wissen an Kinder weiter. In der Schwaaner Schule betreut sie künstlerische Nachmittagsprojekte oder gibt Keramikkurse für Kinder. Nun plant sie, einen Kursus für Erwachsene in Aquarell- oder Acrylmalerei sowie für Linolschnitt ins Leben zu rufen. Er soll immer sonnabends im Kunstraum der Schwaaner Schule stattfinden. Die ersten Interessenten hat Kathrin Wolbring-Wagner schon gefunden. Wer mitmachen möchte, kann sich bei ihr unter Telefon 03844/814209 melden.


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