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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 23:14 Uhr

Landwirtschaft : Mareike gibt Milch ohne Ende

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ehrung für Lebensleistung von 100 000 Litern Milch – die zehnte Kuh bei Aalberts-Krap überspringt die magische Marke.

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Völlig entspannt liegen und stehen links und rechts die Milchkühe im großen, hellen Stall. Nur Mareike, knapp elf Jahre alt und mit einer Lebensleistung von inzwischen mehr als 100 000 Litern Milch, stand im Gang. Scherpe und Blitzlichtgewitter ließ sei ruhig über sich ergehen. Schon zum 10. Mal waren Milchkontrollverein Güstrow und die Rinderallianz GmbH auf dem Hof der Aalberts-Krap GmbH in Schlieffenberg zu Gast, um eine Kuh für ihre außergewöhnliche Lebensleistung auszuzeichnen und gleichzeitig die Arbeit der Landwirte zu würdigen. Die genetischen Anlagen allein machen es nicht. „Es sind die Haltungsbedingung, es ist der Mensch, der sich um die Kühe kümmert“, betonte gestern Holger Reimer, Zuchtberater der Rinderallianz.

„Hier bekommt noch jede Kuh einen Namen. So heißt die Nr. 32 Mareike. Das zeigt schon, welche Passion dahinter steckt“, hob Reimer hervor. Pietsje Aalberts kann das unterstreichen. Bei ihrem Mann kommen immer zuerst die Kühe, dann alles andere. Er sei damit aufgewachsen. Schon als Kind habe er Kälber bei Schauen vorgeführt. Ein bisschen sei es auch immer ein Wettbewerb unter den Aalberts-Kinder gewesen. Auch heute beteiligt sich der Landwirt aus den Niederlanden, der vor knapp 20 Jahren nach Schlieffenberg kam, mit seinen Tieren an Schauen. „Nur zum Spaß, nicht mehr um zu gewinnen“, spielt Marius Aalberts , den der Zuchtberater auch als aktiven Züchter bezeichnet, ein bisschen herunter.

Vor 20 Jahren mit 350 Kühen begonnen

Mit 350 Milchkühen hatten Aalberts in Schlieffenberg begonnen. Das Unternehmen sei stetig gewachsen. Heute stehen 1040 Milchkühe in den Ställen. Hinzu kommt die eigenen Nachzucht – 800 Jungrinder bis zum Alter von zwei Jahren. Vor zwei Jahren habe man in einen neuen Karussell-Melkstand investiert, zuletzt an der Stelle von zwei alten Ställen aus dem Jahr 1968 einen neuen Stall gebaut und damit viel bessere Bedingungen geschaffen. „Wir wollen vorwärts“, betont Marius Aalberts. Aber die Milchkrise habe sie gebremst. Auch bei einem katastrophalen Milchpreis müssten 22 Angestellte, Futterlieferanten, Handwerker und Pachten bezahlt werden. „Wir haben immer ein Loch gestopft und ein neues gerissen“, sagt Pietsje Aalberts, die sich um die Buchführung kümmert. Man brauche wohl noch das ganze Jahr und noch mehr, um die Verluste wieder ausgleichen zu können. „Drei Monate lang gab es nur 20 Cent für den Liter Milch. Das war nur noch Stress“, wirft ihr Mann ein. Zum Glück habe man schon bei der vorletzten Milchkrise entschieden mit einer Biogasanlage ein zweites Standbein zu schaffen. Im Juli nun zahle das DMK (Deutsches Milchkontor) 36 Cent pro Liter. Alberts schauen wieder nach vorn. Ein alter Stall stehe noch auf dem Hof. Mal sehen, wie lange noch. Auf den Feldern – bewirtschaftet werden rund 1200 Hektar – wächst gutes Futter heran. „Der Mais ist topp“, sagt Marius Aalberts und erwartet insgesamt eine gute Ernte.

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