zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 05:15 Uhr

Güstrow : Mangelhaft für Verkehrsgarten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schlechter Belag und fehlende Toiletten: Prüfungsstrecke für 3400 junge Radfahrer in schlechtem Zustand

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2016 | 21:00 Uhr

„Das Anfahren mit der linken Hand anzeigen und den Schulterblick nicht vergessen.“ So schickt Karsten Hamann, Präventionsberater in der Polizeiinspektion (PI) Güstrow, Schüler Tobias Frank auf den Parcours im Verkehrsgarten in der Goldberger Straße in Güstrow. Der Zehnjährige ist an diesem Tag einer von 75 Schülern der Fritz-Reuter-Grundschule, die ihre praktische Prüfung für den Fahrradpass absolvieren. Zuvor ist der Polizeihauptmeister, der seit drei Jahren Präventionsberater in der PI ist, die Strecke mit den Kindern zu Fuß abgeschritten. Das ist der Moment für die letzten Hinweise, um danach die Prüfungsfahrt zu bestehen.

Schlechter Belag und fehlende Toiletten

Zuvor hatten sich die Kinder seit Januar im Sachunterricht mit den theoretischen Grundkenntnissen beschäftigt. Lehrerin Birgit Reiß: „Die Fahrradprüfung ist für die vierten Klassen Bestandteil im Rahmenplan der Grundschulen, weil Kinder ab zehn Jahren mit dem Fahrrad auf der Straße fahren dürfen. Außerdem ist der Fahrradpass eine Voraussetzung für Radtouren.“

Zwei Stunden war Karsten Hamann bei den Schülern in der Schule. „Die Radfahrausbildung ist sehr wichtig, um die Kinder auf die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten. Unfälle mit Kindern zwischen zehn und 15 Jahren unterstreichen die besondere Bedeutung dieser Ausbildung“, erklärt Hamann. Der Präventionsberater betont aber auch, dass in erster Linie die Eltern eine große Verantwortung tragen, Kindern das Rüstzeug fürs Radfahren beizubringen. „Wir können nur unterstützen“, sagt Karsten Hamann.

Die Präventionsberatung der Polizei erfolgt in 28 Schulen. Hamann: „Im vergangenen Jahr wurden rund 3400 Kinder geschult. Dazu kam noch die Verkehrserziehung von 1000 Kindern in den Kitas. In diesem Jahr wird es ähnliche Zahlen geben.“

Geübt wird in den Städten in Verkehrsgärten. Die Kinder, die in den Dörfern wohnen, testen sich überwiegend im öffentlichen Verkehrsraum. Karsten Hamann bemerkt beim Vermitteln der Theorie weniger Probleme als in der Praxis. „Dort stelle ich unsicheres Fahren und feinmotorische Schwächen fest. Da hilft nur eins: fahren“, betont er. Außerdem sieht er Kinder auf den Dörfern im Vorteil, weil sie mehr mit dem Rad unterwegs sind.

Bei der Prüfungsfahrt im Güstrower Verkehrsgarten wurde aber noch ein Problem deutlich als Tobias Frank fragte, warum die Ampeln nicht in Betrieb sind. „Sie sind schon sehr lange defekt. Das ist hier wie im wahren Leben“, antwortete Karsten Hamann. Als Präventionsberater und stellvertretender Vorsitzender der Verkehrswacht Güstrow und Umgebung bemängelt er weiter den Belag, der an vielen Stellen große Risse und Unebenheiten und damit Gefahrenquellen aufweist. Außerdem könnten die Kinder ihre Notdurft nicht verrichten. „Eine Dixi-Toilette an den Prüfungstagen würde helfen“, so Hamann. Änderungen sind aber vielleicht in Sicht. Karsten Hamann: „Die Verkehrswacht hat einen Vor-Ort-Termin mit der Stadt und der Polizei angeregt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen