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Stadtsanierung Güstrow : Mammutaufgabe Domstraße

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sanierung läuft seit Monaten / Fertigstellung zur Jahreswende 2015/16 / Großzügiges Wohnen in neun Einheiten

von
erstellt am 10.Jun.2014 | 06:00 Uhr

Es ist eine Mammutaufgabe: In der Domstraße 6 in Güstrow – lange, lange stand das Gebäude leer – sollen nach der Sanierung neun Wohnungen, zwischen 73 und 153 Quadratmeter groß, bezogen werden können. Ende 2015/Anfang 2016 wird es soweit sein, schätzt Bauingenieure Gabriele Schuldt ein.

Während im Innern des Hauses bereits „gründlich aufgeräumt“ und die Fundamente – nur 40 Zentimeter tief – neu unterfangen wurden, fallen dem Vorübereilendem in der Domstraße Abrissarbeiten auf. Es verschwindet ein Zwischenbau aus dem 18. Jahrhundert. Damit, so erklärt Schuldt, werde mehr Licht für ein zeitgemäßes Wohnen geschaffen und eine bisher etwas „schwammige Zusammenführung der Gebäudemassen klarer und funktionaler gestaltet“. Damit werden an der Hofseite wieder zwei Giebel klar herausgearbeitet, der des Haupthauses an der Domstraße mit dem Wappen der Mecklenburger Herzöge und der Kemladen. Die Ansichten an der Domstraße und an der Burgstraße bleiben unverändert. Die dortigen Fassaden werden einen hellen Ton erhalten. Für Farbe, so Schuldt, werden die Fenster sorgen.

Erhalten bleibt, was erhalten werden kann: Fenster, Türen, alte Fensterläden, Deckenbalken mit barocker Malerei, Pilaster, ein kleinerer Fachwerkbereich, Stahlsäulen im ehemaligen Gerichtssaal. An der Domstraße 6 war im 19. Jahrhundert das Postamt der Stadt untergebracht. Viel später wurde hier Recht gesprochen. Dendrologische Untersuchungen datieren das Haus auf das Jahr 1634. Ein Zwischenbau, der jetzt verschwindet, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Allzu viel aber sei aus vergangenen Jahrhunderten nicht erhalten, weil 1922 recht rigoros umgebaut wurde, berichtet die Projektleiterin.


Dachstühle komplett herunter nehmen


Neun Wohnungen entstehen in dem riesigen Gebäude. Sie werden alles andere als 0815 sein. Schuldt spricht von einer Wohnung im Kemladen über drei Etagen ähnlich einem Stadthaus. Das Dachgeschoss wird zwei Etagen beherbergen. Die oberste Wohnung wird sich über die gesamte Länge des Gebäudes an der Domstraße ziehen. „Wir wollen das großzügige Wohnen von einst neu beleben“, sagt Schuldt und zeigt in der ersten Etage Räume, die mit Flügeltüren verbunden, sich von der Domstraße bis weit in die Burgstraße aneinander reihen. Auf dem Hof soll es Parkplätze, an der hinteren Mauer Abstellräume für die Mieter und einen Aufenthaltsbereich, vielleicht mit Schaukel und Bank, geben. Die Mauer zur Domstraße werde erhöht. Man orientiere sich hier an Informationen aus Archiven, in denen eine Höhe von 1,80 Meter vermerkt ist.

Wenn die Zimmerleute in vielleicht zwei Wochen anrücken, muss den Güstrowern nicht bange werden. „Alle vier Dachstühle müssen komplett herunter genommen und ersetzt werden“, informiert Schuldt. Grund dafür sei eine unvertretbare Kontamination durch Holzschutzmittel, ebenfalls eine Mammutaufgabe. Für lange Zeit werde der Gehweg auf dieser Domstraßen-Seite gesperrt bleiben. Dafür sei die Absperrung auf der anderen Straßenseite (Domstraße 14) verändert worden.

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