Fotoprojekt : „Mama stillt“ für mehr Toleranz

Anja Herzog stillt ihren Sohn Marten Piet (7 Monate) und lässt sich dabei für den guten Zweck fotografieren.
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Anja Herzog stillt ihren Sohn Marten Piet (7 Monate) und lässt sich dabei für den guten Zweck fotografieren.

Deutschlandweites Projekt soll für die Natürlichkeit des Stillens sensibilisieren und ist nun auch in Güstrows Schlossgarten angekommen.

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18. August 2015, 06:00 Uhr

Das deutschlandweite „Projekt Mama stillt“ ist auch in Güstrow angekommen. Die Idee: Stillende Mütter in der Öffentlichkeit fotografieren. Das Projekt soll für die Natürlichkeit des Stillens sensibilisieren und ein Zeichen gegen negative Reaktionen in der Öffentlichkeit setzen, heißt es auf der Homepage. Für das Projekt „Mama stillt“, das eine Dresdener Hobbyfotografin ins Leben gerufen hat, setzen regionale Fotografen stillende Mütter in der Öffentlichkeit in Szene.

„Leider ist die Fotoaktion fast nur bei Facebook bekannt“, bemerkt Patricia Dettweiler aus Bützow. Mit ihr fand sich auch eine Fotografin in der Region, die die Idee aufgriff. Mit „Liebe-Leben-Lachen Fotografie“ macht sie ihr Hobby schrittweise zum Beruf. Die eigentlich im Marketingbereich tätige Bützowerin findet es wichtig, unabhängig von der eigenen Meinung, für Toleranz einzustehen. „Ich mag es nicht, wenn Menschen für das, was sie tun, verurteilt werden“, sagt die 31-Jährige. Sie selbst ist Mutter von drei Söhnen und konzentriert sich auf die Fotografie von Neugeborenen, Schwangeren und Kleinkindern. Die Arbeit mit Kindern liege ihr, meint die Bützowerin. Als eine Kundin sie auf das Projekt ansprach, wollte sich Patricia Dettweiler trotz eines vollen Terminkalenders beteiligen. Insgesamt fotografierte sie acht Mütter in der Region Güstrow. Die Frauen waren interessiert und hatten sich bei der Fotografin gemeldet. Auch von ihnen hätten schon einige negative Erfahrungen beim Stillen in der Öffentlichkeit gemacht, berichtet Patricia Dettweiler.

Anja Herzog, eine der abgelichteten Mütter, geht dieser Situation lieber von vornherein aus dem Weg. Dabei ginge es einfach darum, dass man einen Platz zum Stillen hat, sagt die 30-jährige Güstrowerin. Einmal fragte sie sogar telefonisch in einem Restaurant nach, ob sie dort ihren Sohn stillen könne. Die Rückmeldung war zum Glück positiv, erzählt Anja Herzog. Trotzdem war es ihr wichtig bei dem Projekt mitzumachen, denn auch sie hat schon gehört, dass man beim Stillen in der Öffentlichkeit „schräg angeguckt“ werde.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der SVZ vom 18. August und im ePaper.

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