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„Min lütt Dörp“ : Malerische Natur lockt Touristen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Min lütt Dörp“ / Heute: Friedrichshof / Im Sommer kommen viele Erholungssuchende in das Dörfchen bei Dolgen am See

20 Einwohner und sieben Familien – das ist das Dörfchen Friedrichshof zwischen Dolgen am See und Hohen Sprenz. Schwäne ziehen im Schutze des Schilfs ihren Nachwuchs auf, Katzen kreuzen ohne Scheu den Weg und hier und da ist das freudige Bellen eines Hundes vernehmbar. Klingt nach absoluter Abgeschiedenheit und Ruhe, aber lediglich im ersten Moment. Eine in der DDR entstandene Bungalow-Siedlung, das ortsansässige Herrenhaus von Gastronom Uwe Liske und nicht zuletzt auch die malerische Badestelle am Nordufer des Hohen Sprenzer Sees bevölkern den Ort an der Autobahn 19 vor allem an den Wochenenden.


Heidemarie Amling weiß alles über das Dorf


Auf der Suche nach dem historischen Ursprung des Dorfes und seiner Geschichte ist man bei Heidemarie Amling genau an der richtigen Adresse. „Der Ort entstand 1757 aus einer Außenstelle der Meierei Striesdorf. Um den Hof herum entwickelte sich dann kontinuierlich ein kleines Dorf, welches nach dem Besitzer der Meierei, einem Herrn Friedrich, benannt wurde“, erzählt die Rentnerin, die es sich zu ihrem Hobby gemacht hat, die Historie Friedrichshofs in einer Chronik nachzuzeichnen. Stunden hat sie deshalb u. a. im Güstrower Stadtarchiv verbracht, Zeitungsartikel und alte Fotos gesammelt. Seit 1989 ist die Seniorin nun bereits in der 20-Seelen-Gemeinde zu Hause, zog damals aus dem 30 Kilometer entfernten Rostock aufs Land. „Mein Lebensgefährte Eberhard hatte seinen Bungalow hier, den wir später ausbauten. Von Beginn an begeistert war ich aber vor allem von der wunderschönen Landschaft“, schwärmt die 70-Jährige. Radfahren, im Garten wirtschaften oder einfach durch die Natur stromern – diese Möglichkeiten schätzt Heidemarie Amling an Friedrichshof.

Noch ein wenig länger als die Rentnerin, seit 1982, leben Dagmar und Manfred Meyer in dem Dorf, das zur Gemeinde Dolgen am See zählt. „Ich habe 1982 angefangen im damaligen Jugendwerkhof zu arbeiten. Damit verbunden war dann auch der Umzug nach Friedrichshof“, erzählt Dagmar Meyer rückblickend. Mittlerweile ist die gesamte Familie längst heimisch geworden in ihrem Haus, das vor allem im Frühjahr zwischen weitläufigen Rapsfeldern wie eine Landmarke hervorragt. Auch Tochter Stefanie und ihr Mann Frank sowie die beiden Enkel Jonas (5) und Annemarie (7 Monate) hat die natürliche Idylle in ihren Bann gezogen. „Ich kenne es gar nicht anders als mitten in der Natur zu leben. Genau dies möchte ich auch meinen Kindern ermöglichen“, sagt Stefanie Stöbsand, die nie einen Gedanken daran verschwendete, „ihrem“ Dorf den Rücken zuzukehren. „Im Sommer schnell in den See hüpfen oder den umliegenden Bauern bei der Ernte helfen – all das wäre in der Stadt nicht möglich“, schiebt die 28-Jährige hinterher.


„Man lebt hier für den Sommer“


Mittelpunkt des kleinen Örtchens ist das alte Herrenhaus, das heute als Restaurant und Hotel betrieben wird. Blaskonzerte, Fischessen zu Pfingsten oder Kaffee und Kuchen am Nachmittag führen die Friedrichshofer immer mal wieder zusammen. Und gerade an den Wochenenden kommt ohnehin Bewegung in den 20-Seelen Ort. Dann nämlich wird die um die 100 Bungalows zählende Siedlung Anlaufpunkt zahlreicher Wochenendurlauber, die dem Alltag entfliehen möchten. „Man lebt hier für den Sommer“, sagt auch Dagmar Meyer aus Überzeugung. „Die schönsten Monate des Jahres kann man umso mehr im Garten und in der Natur genießen.“



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