Bauarbeiten in Laage : Magere Ausbeute für Archäologie

In die dunkel gefärbte Brandschicht passt der klägliche Fund einer Ofenkachel, die Hoger Fries in Händen hält.
Foto:
In die dunkel gefärbte Brandschicht passt der klägliche Fund einer Ofenkachel, die Hoger Fries in Händen hält.

Außer einer alten Ofenkachel gibt es keine nennenswerten Funde auf der Baustelle am Markt in Laage.

von
11. März 2016, 21:00 Uhr

Eine so „blanke Baugrube“ hat Dr. Holger Fries selten gesehen. Seit Wochenbeginn begleitet der Archäologe die Erdarbeiten am Markt 8 in Laage. Hier entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Bevor die Fundamente gegossen werden eröffnet sich ein freier Blick ins Erdreich.

„Meine Aufgabe ist es, die Erdarbeiten archäologisch zu begleiten und zu schauen, ob eine Flächengrabung notwendig ist. Das ist nicht der Fall“, berichtet Fries. In erster Linie hätte man vielleicht alte Grundmauern erwarten können. Aber nichts! Als das aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus völlig ruinös 2012 verschwand, wurden auch die Fundamente komplett herausgenommen.

Sehr schön in der Baugrube sichtbar ist ein rot-schwarzes Band, etwa 40 Zentimeter unter der Oberfläche. „Zeugnis des letzten großen Stadtbrandes 1759“, erklärt der Archäologe. In die Brandschicht hinein seien die Fundamente des ehemaligen Hauses gesetzt worden. Normalerweise sind solche Brandschichten wahre Fundgruben für die Archäologen. „Hier findet man für gewöhnlich allerlei Hausrat“, sagt Fries und ist verblüfft ob der äußerst dürftigen Funde. „Das ist eine absolute Ausnahme“, schätzt der Archäologe ein. Lediglich ein Stück einer Ofenkachel aus dem 16. Jahrhundert hat er geborgen. Dazu nur ein paar Scherben.

Bis Anfang nächster Woche wird Fries die Erdarbeiten noch begleiten. In diesem Falle könne er mal nicht mehr als die Profile und den Schichtenaufbau dokumentieren. Auch gegenüber in der Marktstraße 7a erwartet der Archäologe keine Überraschungen. Im hinteren Teil des Grundstückes, das ebenfalls mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut wird, sei man auf die Außenmauern eines Stallgebäudes gestoßen. In der nächsten Woche werde hier direkt neben der Straße die Baugrube ausgehoben. Zum Ende nächster Woche sieht der Archäologe seine Arbeit in Laage beendet.

Fritz Bartels, der als ein an der Geschichte seiner Stadt sehr interessierter Bürger einen wachen Blick auf das Baugeschehen am Markt hat, lieferte gestern gleich eine mögliche Erklärung für ein Stallgebäude. An der Stelle des heutigen Verwaltungsgebäudes gab es früher ein Hotel mit Ausspanne. „Vielleicht war es der Pferdestall“, denkt Bartels.

Bauherr Mario Hey ist nicht böse darüber, dass das Grundstück keine Schätze birgt. So könnten die Arbeiten planmäßig und zügig fortgesetzt werden. Am Markt 8 entstehe ein Gebäude mit einem Ladengeschäfts im Erdgeschoss und drei Wohnungen im Ober- und im Dachgeschoss. In der Marktstraße 7 a sind eine Gewerbeeinheit und vier Zweizimmerwohnungen vorgesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen